FC Zürich: Halb Europa jagt Wilfried Gnonto (18) nach Spektakel-Debüt

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Canepa spricht über GerüchteHalb Europa jagt FCZ-Supertalent Gnonto (18) nach starkem Italien-Debüt

Nach seinem überragenden Länderspiel-Debüt für Italien wird FCZ-Juwel Wilfried Gnonto gefeiert. Doch wer ist dieser 18-Jährige? Und bleibt er beim Schweizer Meister? Ancillo Canepa verrät, wann er zu Gesprächen bereit ist. 

von
Nils Hänggi

Hier bereitet das FCZ-Juwel bei seinem Debüt das 1:0 Italiens gegen Deutschland vor. 

SRF

Darum gehts

  • FCZ-Juwel Wilfried Gnonto überzeugt bei seinem Italien-Debüt. 

  • Nun sind mehrere Vereine heiss auf ihn – unter anderem der Verein seines Ex-Trainers. 

  • Ancillo Canepa spricht mit 20 Minuten über die Gerüchte.

Die italienischen Zeitungen waren voll von ihm. Ging man etwa zeitweise auf die Website der italienischen Sportbibel «La Gazzetta dello Sport», sah man nur ein Gesicht: jenes des FCZ-Juwels Wilfried Gnonto. «Wer ist Willy Gnonto?», fragte die Zeitung und gab die Antwort gleich selbst: «Das ist Willy Gnonto.» Weiter meinte das Medium: «Italien entdeckt ein Juwel. Jahrgang 2003, 18 Jahre alt, viel Talent und Lust zu arbeiten: Die Nationalmannschaft hat einen neuen Youngster am Start.»

Doch wer ist dieser Junge? Wer ist dieser Goalgetter, der laut Transfermarkt.ch einen Marktwert von rund sechs Millionen Franken hat? Geboren wurde der Italiener im November 2003 als Kind von Immigranten aus der Elfenbeinküste. Gnonto wuchs in Verbania am Lago Maggiore auf – das ist nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Früh zeigte sich sein Talent. 2012 ging er in die Jugendakademie von Inter Mailand, er begeisterte Trainer und Scouts. Bereits mit jungen 15 Jahren schoss er drei WM-Treffer – und zwar 2019 an der U-17-Weltmeisterschaft. Ja, mehr noch: Gnonto ist jüngster Torschütze in der Geschichte dieses Wettbewerbs. 

Gnonto war ein Schnäppchen

Weil der Fussballer aber irgendwann merkte, dass die Serie A nicht die beste Liga für Talente ist, war ihm klar: Er muss Inter verlassen. Für seine Entwicklung, seine Karriere. Er wollte nicht in einer Nachwuchsakademie versauern, respektive zu einem unterklassigen Club nach dem anderen ausgeliehen werden. Und so kam es, dass der FC Zürich im Sommer 2020 zuschlug. Thomas Bickel, der damalige FCZ-Sportchef und heutige Leiter der Scouting-Abteilung, schaffte es, ihn zu überzeugen. Gemäss der NZZ musste der Schweizer Meister lediglich eine Ausbildungsentschädigung von etwas mehr als 100’000 Franken an die Italiener überweisen. Was für ein Schnäppchen! 

Nach einem etwas holprigen Start in der Super League startete er in dieser Saison voll durch. Unter Ex-Trainer André Breitenreiter kam Gnonto immer regelmässiger zum Einsatz – auch von Anfang an. In dieser Saison stand der 18-Jährige wettbewerbsübergreifend bei 36 Spielen auf dem Feld, schoss zehn Tore und bereitete fünf weitere vor. Am Ende war er Schweizer Meister, erhielt das Aufgebot für die italienische Nationalmannschaft und kam auch sogleich zum Debüt. 

Matteo Politano musste am Samstag im Spiel gegen Deutschland (1:1) in der 65. Minute verletzt runter, Italien-Coach Roberto Mancini brachte den 18-Jährigen. Ein Glücksgriff! Nach Hereingabe von Gnonto in der 73. Minute brauchte Pellegrini im Zentrum nur noch den Fuss hinzuhalten. Es stand 1:0 für den Europameister. Mancini lobte ihn nach dem Spiel, sprach von einem Stürmer «mit grossen Qualitäten». Gnonto selbst meinte bescheiden: «Heute hat mir unser Trainer eine Chance gegeben und ich denke, sie optimal genutzt zu haben.»

Wilfried Gnonto mit dem Meisterpokal und seinen Eltern.

Wilfried Gnonto mit dem Meisterpokal und seinen Eltern.

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Das sagt der FCZ-Boss zu den Gerüchten

Am Dienstagabend spielt Italien in der Nations League gegen Ungarn. Spielt das FCZ-Juwel dann wieder? Gut möglich. Fakt ist: Viele Clubs in Europa werden ihn ganz genau beobachten. Mehrere Vereine haben ihn auf dem Zettel. Die «Gazzetta» schreibt von Brügge, Anderlecht, Ajax, Eindhoven, Freiburg, Monaco, Lyon, AS Roma, Fiorentina und Sassuolo. Transferexperte Gianluca di Marzio berichtet zudem, dass Hoffenheim Gnonto verpflichten will. Ein heisses Gerücht! Schliesslich ist Breitenreiter neuer TSG-Trainer.

Gratis wird ihn kein Verein erhalten. Beim FCZ hat der 18-Jährige noch einen Vertrag bis Sommer 2023. Zürich hofft auf eine zweistellige Ablösesumme. Gegenüber 20 Minuten verrät FCZ-Boss Ancillo Canepa, dass es schon einige Angebote gegeben habe. «Wenn Willy die Chance bekommen sollte, zu einem europäischen Topverein zu wechseln, wären wir vielleicht gesprächsbereit. Aber ich betone: Topverein», so Canepa. Das Spiel gegen Deutschland hat der 69-Jährige live im TV geschaut. Der FCZ-Boss: «Sein Debüt war phänomenal. Die italienischen Kommentatoren waren begeistert. Im Publikum ging jedes Mal ein Raunen durch das Stadion, wenn Willy am Ball war.» 

Und so bleibt abzuwarten. Auf das Spiel am Dienstagabend, auf die nächsten Wochen. Vermutlich kommt es ja auch auf den neuen FCZ-Trainer an. Wie plant dieser mit dem Supertalent? Apropos Coach: Angesprochen auf den Stand bei der Trainersuche, meint Canepa gegenüber 20 Minuten: «Da sind wir auf einem guten Weg!» Man darf gespannt sein.  

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