Aktualisiert 12.09.2016 15:38

Alpstein AI

Halbmond soll auf Ebay versteigert werden

Am Dienstag wird die umstrittene Halbmond-Skulptur vom Gipfel der Freiheit auf dem Alpstein geholt. Möglich, dass sie danach unter den Hammer kommt.

von
luh
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Der zweieinhalb Meter grosse Halbmond auf dem Gipfel der Freiheit sorgte europaweit für Aufsehen. Die Reaktionen reichten von «grossartig» bis «unterirdisch». Nun muss die Skulptur...

Der zweieinhalb Meter grosse Halbmond auf dem Gipfel der Freiheit sorgte europaweit für Aufsehen. Die Reaktionen reichten von «grossartig» bis «unterirdisch». Nun muss die Skulptur...

hikr.org
... wieder weg. Per Helikopter soll sie am Dienstag zu Tal geflogen werden. Das Bild zeigt die Anlieferung des Halbmondes.

... wieder weg. Per Helikopter soll sie am Dienstag zu Tal geflogen werden. Das Bild zeigt die Anlieferung des Halbmondes.

zVg
Auf der Wanderwebsite Hikr.org zum Beispiel lösten Bilder der Skulptur heftige Reaktionen aus: «Pfui» oder «Ist das vielleicht die muslimische Variante zum Gipfelkreuz oder irgendein Kunstwerk?»

Auf der Wanderwebsite Hikr.org zum Beispiel lösten Bilder der Skulptur heftige Reaktionen aus: «Pfui» oder «Ist das vielleicht die muslimische Variante zum Gipfelkreuz oder irgendein Kunstwerk?»

zVg

Der Appenzeller Künstler Christian Meier muss am Dienstag seine Installation auf dem Alpstein abbauen. «Der Halbmond wird per Helikopter abtransportiert – was danach damit geschieht weiss ich noch nicht», sagt Meier. Er habe bereits mehrere Anfragen von Privaten und Institutionen, die die Skulptur haben möchten. Nun überlege er sich aber auch, das Werk auf Ebay zu versteigern, so der in Shanghai lebende Appenzeller.

Der rund drei Meter hohe Halbmond, den der Künstler mit Freunden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion und ohne Bewilligung auf dem Gipfel installierte, rief in der letzten Woche teils heftige Reaktionen hervor. Auf Website Hikr.org findet man Kommentare wie «Pfui» oder «Ich verstehe nicht, wie man einen Berg derart entstellen kann.»

Auch FAZ und «Süddeutsche» berichteten

Aber auch wohlwollende bis begeisterte Kommentare waren zu lesen. Selbst die Franfurter Allgemeine und die Süddeutsche Zeitung berichteten über die Aufregung um den Halbmond .

Auch die Behörden waren von der Installation alles andere als begeistert. In ihren Augen könnte das nächtliche Leuchten des Halbmondes Bergretter irritieren. Ausserdem könnten Kunstfreunde angelockt werden, die dem anspruchsvollen Weg zur Skulptur nicht gewachsen sind.

Finanzierung aus eigener Tasche

Meier hat die ganze Aktion selbst finanziert und wollte damit in erster Linie provozieren. Er habe sich an den unzähligen Gipfelkreuzen im Alpstein gestört und wollte mit dem Halbmond ein Gegengewicht schaffen. Die Provokation ist auf jeden Fall gelungen. Vom Ausmass der Berichterstattung zeigt sich Meier dennoch überrascht und fügt hinzu : «Was mir in der ganzen Aufregung gefehlt hat ist eine ästhetische Auseinandersetzung mit dem Halbmond. Er sieht einfach saugeil aus.»

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