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Erpressungsversuch«Hallo, du dreckiger perverser …»

Mit einer fiesen Masche wollen Cyberkriminelle Geld ergaunern: In einem Mail geben sie vor, die Empfänger beim Masturbieren zu Pornos mit der eigenen Webcam gefilmt zu haben. Bezahlen sollte man in solchen Fällen aber nie.

von
Tobias Bolzern
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Betrüger geben vor, ihre Opfer mit der eigenen Webcam beim Masturbieren gefilmt zu haben. 

Betrüger geben vor, ihre Opfer mit der eigenen Webcam beim Masturbieren gefilmt zu haben.

Getty Images/iStockphoto
Sie fordern von den Opfern Geld, damit die pikanten Videos nicht veröffentlicht werden.  

Sie fordern von den Opfern Geld, damit die pikanten Videos nicht veröffentlicht werden.

Getty Images
Entsprechende Mails kursieren auf deutsch und auf englisch. 

Entsprechende Mails kursieren auf deutsch und auf englisch.

Mimikama.at

Darum gehts

  • Derzeit gibt es eine neue Welle an schlüpfrigen Betrugs-Mails.

  • Die Absender geben vor, Leute mit ihrer Webcam beim Porno-Schauen gefilmt zu haben.

  • Damit die «Beweise» nicht veröffentlicht werden, fordern die Absender Geld.

  • Dahinter stecken bekannte Tricks von Cyberkriminellen.

«Hallo, ich bin der Software-Ingenieur, der sich in das Betriebssytem Ihres Gerätes gehackt hat!». So beginnt eine Nachricht, die derzeit per Mail kursiert. «Ich beobachte Sie nun schon seit Wochen. Ich kann alles auf dem Bildschirm sehen und habe auch Zugriff auf das Mikrofon und die Webcam.», heisst es weiter. Der Betreff des Mails: «Hallo, du dreckiger perverser …»

Dann geht es zur Sache: «Ich habe eine Aufnahme gemacht, die zeigt, wie Sie sich selbst befriedigen. Das Video wird auf meinen Befehl hin an all ihre Kontakte verschickt.», so die Drohung. Falls man dies verhindern will, soll man dem Absender 550 Dollar in der Kryptowährung Bitcoin überweisen.

Polizei warnt vor Porno-Masche

Aufs Erste scheint der Inhalt der Nachricht besorgniserregend. Die Masche ist bei Experten allerdings schon seit Jahren bekannt. Die Mails kursieren sowohl auf deutsch, aber auch auf englisch. Vor zwei Jahren hat auch schon die Polizei Niedersachsen vor der Porno-Masche gewarnt.

Die Mails werden meist wahllos an verschiedene Personen verschickt. In einigen Fällen werden die Empfänger auch persönlich angesprochen. Ein Beweis für die Existenz des schlüpfrigen Filmmaterials wird allerdings nicht geliefert. In den meisten Fällen handle es sich bei solchen E-Mails um Betrugsversuche und die Erpresser sind nicht im Besitz von pikanten Videos ihrer Opfer, schreiben die Fake-Jäger von Mimikama.at.

Bezahlen? Nein!

Jedoch könne man eine Infizierung des Computers mit Schadsoftware nie ganz ausschliessen, so die Experten. Bei Erpressungsversuchen gilt immer: Es ist davon abzuraten, den geforderten Betrag zu bezahlen. «Denn auf das Wort eines Kriminellen kann man sich nicht verlassen.», schreibt Mimikama.at. Weiter laufe man Gefahr, zu einem «Daueropfer» zu werden, wenn man solchen Forderungen nachgibt. Die Experten raten zudem, solche Mails der Polizei zu melden.

Digital-Push

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So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tipp unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

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