Aktualisiert 01.11.2006 12:09

Halloween als Fest der Vandalen

Die Polizei klagt, dass Halloween immer mehr zum Anlass von Sachbeschädigungen werde. Jugendliche hielten die Polizei in Chur, Zürich und Bern bis weit nach Mitternacht auf Trab.

In einem Fall flog ein rohes Ei sogar durch ein offenes Wohnzimmerfenster. Die Stadtbus Chur AG musste einen Linienbus aus dem Verkehr nehmen, nachdem das Fahrzeug im Scalettaquartier mit Eiern beworfen worden war.

Die Eierwerfer tauchten in der grossen Menge von Kindern und Jugendlichen, welche die Gassen bevölkerten, unerkannt unter. Die Polizei, die bis über Mitternacht im Dauereinsatz stand, stellte bei Personenkontrollen rohe Eier und Farbspraydosen sicher. Bewohner verschiedener Quartiere hatten sich über das wilde Treiben beklagt.

Kleinere Kinder, die meist maskiert unterwegs waren und bei Erwachsenen um Süssigkeiten baten, waren an den Scharmützeln nicht beteiligt. Laut Polizei wurden sie teilweise gar von ältern Schülern und Jugendlichen belästigt.

Zahlreiche Klagen in Zürich

Halloween hat auch im Kanton Zürich seine Spuren hinterlassen. An mehreren Orten wurden Eier und Steine geworfen, Kehrichtsäcke angezündet oder Autos beschädigt. Bei der Zürcher Kantonspolizei gingen Dutzende von Reklamationen ein.

Die Leute beschwerten sich am Dienstagabend über Lärm, Sachbeschädigungen und Unfug in Bezug auf das Feiern des Halloween, wie die Kantonspolizei am Mittwoch mitteilte. In Wallisellen und Oetwil am See wurden rohe Eier gegen Fenster und Hausfassaden geworfen.

In Dübendorf und Winterthur zündeten Unbekannte Kehrichtsäcke, Abfallcontainer und Abfallkübel an. In Zumikon wurden Gegenstände auf Strassen geworfen und im Gemeindegebiet Bauma wurden Steine gegen vorbeifahrende Autos geworfen. Verletzt wurde niemand.

Die Zürcher Kantonspolizei hält fest, allmählich zeichne sich ab, dass viele Jugendliche Halloween zum Anlass nehmen würden, Sachbeschädigungen zu begehen - analog zum inzwischen in den meisten Gemeinden abgeschafften Schulsilvester.

Zahlreiche Sachbeschädigungen in Bern

Auch heuer haben im Kanton Bern Anhänger des Halloween-Brauchs in der Nacht auf Allerheiligen ihr Unwesen getrieben. Es wurden gegen 50 Sachbeschädigungen gemeldet, deutlich weniger als 2005. Eine unbeteiligte Person wurde verletzt.

Unter anderem wurden Eier gegen Hausfassaden, Autos, Züge, Trams und Busse geworfen, wie die Kantonspolizei und die Stadtpolizei Bern mitteilten. Betroffen waren vor allem die Stadt und die Region Bern, das Seeland und das Oberland. In zwei Fällen hätten die Urheber von Sachbeschädigungen ermittelt werden können.

In Worb sprayten unbekannte Jugendliche im «Halloween-Look» einem Velofahrer eine Flüssigkeit ins Gesicht. Der Mann kam zu Fall und verletzte sich, die Täter konnten flüchten.

In der Stadt Bern wurden rund 15 Vorfälle gemeldet, unter anderem wurden zwei Container und ein Fahrrad in Brand gesteckt. Die Brände konnten durch Hausbewohner oder Passanten gelöscht werden.

Von den insgesamt rund 40 Sachbeschädigungen ausserhalb des Stadtgebiets stehen laut einem Sprecher der Kantonspolizei 30 im Zusammenhang mit Halloween. Bei rund einem Dutzend weiterer Vandalenakte wie Beschädigungen an Autos und Schmierereien sei dieser Zusammenhang nicht gesichert.

Im vergangenen Jahr waren im Kanton Bern an Halloween insgesamt 120 Sachbeschädigungen gemeldet worden. Den Rückgang fürt die Kantonspolizei auf ihre verstärkte Kontrolltätigkeit zurück. (sda)

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