Aktualisiert 19.10.2004 17:22

«Halo»-Raub: Bald hohe Game-Preise?

Einen Monat vor dem Release ist der Action-Shooter «Halo 2» im Internet aufgetaucht. Spiele könnten in Zukunft teurer werden.

Nein, ein Marketinggag sei es nicht, sagt Daniel Hess, Xbox-Chef der Schweiz. Als letzte Woche eine französische Version des Shooters «Halo 2» im Internet auftauchte (20 Minuten berichtete), war die Konsternation gross. Penibel hatten Hersteller Bungie und Publisher Microsoft dafür gesorgt, dass vom Spielverlauf nichts im Voraus bekannt wurde – um den Spielern die Spannung nicht zu nehmen.

Nicht nur «Halo 2», sondern auch «Half-Life 2» und «Doom 3» sind kürzlich in die Schlagzeilen geraten, weil vor dem Verkaufsstart Versionen im Internet auftauchten. Der Diebstahl von Games könnte Auswirkungen auf den Preis von Spielen haben. Zwar werden sich die Verluste für Microsoft im konkreten Fall

in Grenzen halten: Geschätzt wird in Europa eine finanzielle Einbusse von rund einer Million Schweizer Franken. Dennoch: «Es muss in Zukunft mehr Aufwand für die Sicherheit geleistet werden. Das kann sich auf die Herstellungskosten niederschlagen», erklärt Hess. Zudem werde man noch vorsichtiger mit Vorab-Versionen des Spiels sein müssen.

Die Website von Bungie hat unterdessen zur Jagd auf die Täter aufgerufen. Noch weiss man nicht, durch welche Lücke das Game geschlüpft ist; der Verdacht liegt aber nahe, dass es in der Kopier-Fabrik passierte.

Wer in der Schweiz mit einer illegalen Kopie erwischt wird, muss mit einer saftigen Strafe rechnen: Es drohen bis zu einem Jahr Gefängnis und eine Busse – und eine Schadenersatzforderung von rund 100 000 US-Dollar von Microsoft.

Jan Graber

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