Kein Kavaliersdelikt: Halter setzen Haustiere in Innerschweizer Zoos aus
Aktualisiert

Kein KavaliersdeliktHalter setzen Haustiere in Innerschweizer Zoos aus

Schildkröten, Meerschweinchen und sogar Schlangen: Immer wieder werden in Innerschweizer Zoos Tiere ausgesetzt. Den Tätern drohen dafür Gefängnisstrafen.

von
Clarissa Rohrbach

«Vergangenes Jahr sind bei uns 15 Schildkröten, eine Würgeschlange, 20 Bartagamen, zehn Hasen und gleich viele Meerschweinchen ausgesetzt worden», sagt Toni Röösli von Toni's Zoo in Rothenburg. Die Leute hätten die Tiere wahrscheinlich in Plastiktüten in den Zoo geschmuggelt. Viele der Tiere seien ausgehungert oder verletzt gewesen – drei Schildkröten fand Röösli gar erfroren auf. Er vermutet: «Die Tierhalter bereuen ihre Spontankäufe und wollen deshalb die Tiere wieder loswerden.»

Auch im Tierpark Goldau schwimmen laut Tierarzt Martin Wehrle ausgesetzte Wasserschildkröten und Fische im Teich. «Wir schätzen das gar nicht», so Wehrle. Was wohl die wenigsten wissen: Die Halter begehen mit dem Aussetzen eine Straftat. Laut dem Zürcher Tieranwalt Antoine Goetschel gilt dies als Tierquälerei – darauf stehe Gefängnis oder Busse. «Dabei könnten uns die Halter einfach fragen – wir würden die Tiere gerne aufnehmen», so Zoobesitzer Röösli. Auch der Tierpark Goldau vermittelt auf Anfrage Tiere, die nicht mehr erwünscht sind.

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