Halterin im Spital – Büsis drohten zu verhungern
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Halterin im Spital – Büsis drohten zu verhungern

Die Berner Tierambulanz schlägt Alarm: Verunglückt ein allein stehender Tierbesitzer, werden oft seine Haustiere vergessen und drohen zu verhungern und zu verdursten. Jetzt bittet sie Ärzte um Hilfe.

Fränzi Thürkauf (83) ist allein stehend und musste kürzlich notfallmässig ins Spital. Im Trubel gingen ihre beiden Perserkatzen Mustafa und Kalif völlig vergessen. Fünf Tage blieben die Büsis auf sich alleine gestellt. «Die beiden Katzen retteten sich selbst, indem sie eine Packung Trockenfutter aufbissen», erzählt Lucio Palmieri von der Berner Tierambulanz. Bereits nach drei Tagen ohne Essen und Trinken werde die Situation für die Tiere gefährlich.

«Ich bin mutterseelenalleine – meine Büsis sind mein Ein und Alles», sagt Katzenhalterin Fränzi Thürkauf. Hätten ihre Lieblinge nicht wie durch ein Wunder überlebt, hätte sie den Tod der Katzen nur schwer verdauen können.

In solchen Notfällen kümmert sich Tierpfleger Palmieri um die verlassenen Haustiere – wenn er denn davon erfährt. Um die Problematik zu entschärfen, bittet er Ärzte um Mithilfe: «Ich forderte 122 Ärzte und mehrere Spitäler schriftlich auf, ihre Patienten nach Haustieren zu befragen und mich im Notfall zu alarmieren.»

Markus Zihler, Direktor vom Berner Lindenhofspital, betont: «Wir versuchen wenn möglich, Notfallpatienten nach ihrem sozialen Umfeld zu befragen.»

Denise Schneitter

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