Krieg in Gaza: Hamas droht, wieder die Waffen sprechen zu lassen

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Krieg in GazaHamas droht, wieder die Waffen sprechen zu lassen

Der militärische Arm drängt die politische Führung der Hamas zur Ablehnung einer weiteren Waffenruhe, wenn ihre Forderungen von Israel nicht in vollem Umfang erfüllt werden.

Nur wenn die Hamas-Forderung nach Öffnung des Seehafens von Gaza erfüllt werde - und damit einem Ende der Blockade -, könne man einer Waffenruhe zustimmen, sagte ein Kassam-Sprecher. Sollte Israel dazu nicht bereit sein, müsse sich die Hamas-Delegation von den Gesprächen zurückziehen, die unter Vermittlung der ägyptischen Regierung stattfinden.

Israel lehnt die Öffnung von See- und Flughäfen in Gaza bislang aus Furcht davor ab, dass darüber Waffennachschub für die Hamas und andere Gruppen in den weitgehend abgeriegelten Küstenstreifen gelangen könnte.

Die gegenwärtig Waffenruhe läuft am Freitagmorgen (07.00 Uhr MESZ) ab. Israel hat dem ägyptischen Vorschlag einer Verlängerung bereits zugestimmt.

Forderung nach Hafen und Ende der Blockade

Die Palästinenser fordern weiter den Bau eines See- und Flughafens in Gaza, eine Aufhebung von Einschränkungen bei der Geldüberweisung und eine Ausweitung der Fangzone für Fischer. Sie verlangen auch die Freilassung von Häftlingen.

Israel fordert als Bedingung für einen Wiederaufbau des zerstörten Palästinensergebietes eine Entwaffnung der militanten Organisationen. Ägyptische Unterhändler versuchten am Donnerstag weiter, in Kairo die Differenzen zu überbrücken.

EU-Vorschlag für Grenzkontrolle

Mit einem neuen Vorschlag wollen vor allem Deutschland, Frankreich und Grossbritannien die vorerst zeitlich befristete Waffenruhe im Gazastreifen für eine dauerhafte Stabilisierung der Lage nutzen.

Ein Kernpunkt ist die Wiederbelebung der früheren EU-Grenzmission EUBAM am Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten. Das Echo auf das Angebot aus Europa blieb allerdings zunächst begrenzt, und Experten sehen die Chancen für eine Umsetzung eher skeptisch.

Eine Verlängerung der Feuerpause, um einer Einigung in Kairo mehr Zeit zu geben, lehnte die radikal-islamische Hamas - anders als Israel - ab. Eine solche stehe nicht zur Debatte, sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri am Donnerstag in Gaza. Entsprechende Berichte seien «unwahr».

Gegenseitige Drohungen

Kurz vor Ende der dreitägigen Feuerpause im Gaza-Krieg erklärte Hamas-Führer Muschir al-Masri seine Organisation zum Sieger in der jüngsten bewaffneten Auseinandersetzung mit Israel. «Wir können heute sagen, dass wir gewonnen und den Feind (Israel) besiegt haben», sagte er vor Tausenden Hamas-Anhängern in Gaza.

Israel drohte bereits mit Gegenmassnahmen, sollten die militanten Palästinenserorganisationen in Gaza nach Ablauf der Feuerpause ihre Angriffe wiederaufnehmen. «Die Armee wird dann wieder aktiv werden, und ich denke, mit grösserer Wucht», sagte Kommunikationsminister Gilad Erdan dem israelischen Rundfunk. (sda)

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