Aktualisiert 22.06.2013 13:19

Nahost

Hamas hängt zwei Männer im Gazastreifen

Weil sie mit Israel kollaboriert hätten, hat die radikalislamische Hamas zwei Männer erhängt. Sie seien der «Spionage für eine feindliche Macht und des versuchten Mordes» für schuldig befunden worden.

Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas hat am Samstag zwei Männer durch den Strang hingerichtet. Die 43 und 49 Jahre alten Palästinenser seien schon vor Monaten wegen Kollaboration mit Israel zum Tode verurteilt worden, teilte das Hamas-Innenministerium mit.

Sie seien der «Spionage für eine feindliche Macht und des versuchten Mordes» für schuldig befunden worden. Es waren die ersten beiden vollstreckten Todesurteile, seit dem Ende einer zweimonatigen Amnestie für Kollaborateure Anfang Mai.

Die beiden Hingerichteten hätten dem israelischen Militär Informationen über Verstecke von Widerstandskämpfern sowie die Lage von Regierungseinrichtungen und von Werkstätten mutmasslich zur Herstellung von Raketen zukommen lassen. Die israelische Luftwaffe verfügt offensichtlich über sehr genaue Informationen über ihre Gegner, die sie dann gegebenenfalls mit Lenkwaffen angreift.

14 Palästinenser wegen Spionage getötet

Seit der Machtübernahme durch die Hamas im Juni 2007 wurden damit 14 Palästinenser wegen des Vorwurfs der Kollaboration mit Israel hingerichtet und sieben weitere von einem Lynchmob umgebracht.

Menschenrechtler haben der Hamas vorgeworfen, die Hinrichtungen seien auch nach palästinensischem Recht illegal, weil sie nicht von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geprüft worden seien. Die Hamas erkennt dessen Autorität jedoch nicht an. (sda)

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