Hamas hat den Waffenstillstand gebrochen
Aktualisiert

Hamas hat den Waffenstillstand gebrochen

Die radikal-islamische Hamas hat mindestens 15 Raketen vom Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgeschossen. Die israelischen Streitkräfte erklärten, die meisten Geschosse seien innerhalb des Gazastreifens gelandet.

Nur wenige Stunden nach der Aufkündigung der Waffenruhe hat die palästinensische Hamas mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Mindestens 15 Raketen und Granaten seien in der Nacht zum Samstag und am frühen Morgen vom Gazastreifen auf mehrere israelische Ortschaften abgefeuert worden, teilte die Hamas mit. Verletzte gab es nicht.

Der militärische Flügel der regierenden Hamas hatte am Freitag die seit Februar 2005 geltende Waffenruhe mit Israel aufgekündigt, nachdem bei einem israelischen Angriff auf eine palästinensische Familienfeier am Freitag mindestens sieben Menschen getötet worden waren. Die USA riefen Israel und die Palästinenser zur Zurückhaltung auf. Alle Handlungen, die die Spannungen verschärfen könnten, müssten vermieden werden. Die USA äusserten ihr Bedauern über den Tod der Zivilpersonen. Aussenministeriumssprecher Sean McCormack verwies am Freitagabend darauf, dass auch Israel dies getan und eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet habe.

Der israelische Angriff war Teil eines umfassenderen Artilleriebeschusses von möglichen palästinensischen Stellungen, aus denen heraus Raketen auf Israel abgefeuert werden. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sprach von einem «blutigen Massaker». Er forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, der israelischen Offensive Einhalt zu gebieten. Abbas rief eine dreitägige Trauerphase aus. Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija sprach von einem Kriegsverbrechen und forderte ein Ende der Auseinandersetzungen zwischen seiner Hamas und der Fatah von Abbas.

In der Nacht zum Samstag versuchten jedoch bewaffnete Männer, einen Sicherheitsoffizier der Fatah zu entführen und töteten ihn dabei. Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, die Hamas sei für den Mord verantwortlich. Die Fatah sagte daraufhin für Samstag geplante Gespräche mit Hamas-Vertretern ab. Bei dem Treffen sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, die Spannungen zwischen den Gruppen abzubauen.

Im Westjordanland erschossen Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden eine Frau, die sie der Spionage für Israel verdächtigten. Die 55-Jährige wurde in Nablus getötet, wie aus Behördenkreisen verlautete. Sie hatte in der Vergangenheit mehrere Mordversuche überlebt.

Präsident Abbas hat für (den heutigen) Samstag eine Pressekonferenz angekündigt. Es wurde erwartet, dass er formell den 31. Juli als Datum für ein Referendum über neue Verhandlungen mit Israel nennen wird. (dapd)

Deine Meinung