Aktualisiert 14.05.2006 11:18

Hamas reagiert zurückhaltend auf Vorschlag von Zwei- Staaten-Lösung

Die Führung der radikal-islamischen Hamas- Organisation hat zurückhaltend auf einen Vorschlag eigener Mitglieder reagiert. Dieser sieht die Schaffung eines palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 vor.

Hochrangige Vertreter der Hamas und der Fatah-Bewegung, die in israelischen Gefängnissen inhaftiert sind, hatten eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Muschir al-Masri, ein führendes Hamas-Mitglied, betonte am Sonntag, seine Bewegung sei nicht Teil der Vereinbarung. Sie sei nur Ausdruck der persönlichen Ansichten der Unterzeichner.

Ahmed Helles, ein führendes Fatah-Mitglied, begrüsste die Vereinbarung als «Basis für eine nationale Einheit» der Palästinenser.

Das Abkommen war am Mittwoch von dem bekannten Fatah-Führer Marwan Barghuti und dem Hamas-Scheich Abdel Chalek al-Natsche sowie Mitgliedern der radikalen Gruppe Islamischer Dschihad, der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und der Demokratischen Volksfront (DFLP) unterzeichnet worden.

Friedensverhandlungen

Es sieht vor, die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO und den palästinensischen Präsidenten mit Friedensverhandlungen mit Israel zu beauftragen.

Es schlägt zudem die Einigung aller Palästinensergruppen unter der Schirmherrschaft der PLO sowie die Einrichtung eines Staates im Westjordanland und Gazastreifen Seite an Seite mit Israel vor. Die Hamas weigert sich bislang, das Existenzrecht Israels anzuerkennen und strebt in seiner Charta die Einrichtung eines islamischen Staates auf dem gesamten historischen Palästina an.

Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija äusserte sich am Freitagabend nicht eindeutig zu dem Dokument. Er betonte, es repräsentiere «nicht alle palästinensischen Häftlinge in allen Gefängnissen der Besatzungsmacht (Israel)». Seine Regierung werde die Vereinbarung jedoch eingehend prüfen.

(sda)

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