Aktualisiert 19.05.2007 17:51

Hamburg: Federer im Final gegen Nadal

Beim Turnier der Masters Series in Hamburg schlug Roger Federer im Halbfinal den Spanier Carlos Moya (ATP 36) 4:6, 6:4, 6:2. Im Final trifft Federer wie erwartet und von den Fans erhofft auf Rafael Nadal (ATP 2).

Der Spanier musste gegen Lleyton Hewitt (Au/ATP 22) über zweieinhalb Stunden kämpfen, bis der 2:6, 6:3, 7:5-Sieg feststand. Am Sonntag kommt es somit zum "ewigen" Duell zwischen Federer und Nadal. Es ist der achte Final zwischen den beiden Dominatoren der Szene.

Seit einer Achtelfinal-Niederlage gegen den Australier Mark Philippoussis vor vier Jahren in Hamburg hat Federer auf deutschem Boden nicht mehr verloren. Seither holte er 36 Siege in Folge und gewann dabei die Turniere auf Rasen in Halle (2003, 2004, 2005, 2006) sowie auf Sand in Hamburg (2004, 2005).

Auf dem Weg in den vierten Final in dieser Saison musste Roger Federer gegen Carlos Moya schwerste Arbeit verrichten. Federer machte sich dabei das Leben mit ungewohnt vielen Fehlern lange Zeit selber schwer. Es war bis in den dritten Satz hinein auch das Spiel der vergebenen Chancen. Im Startsatz handelte sich der Schweizer früh ein Break ein und verpasste danach bei 4:5 die Gelegenheit zur Wende, als er zwei Breakbälle hatte, die Filzkugel aber viermal in Serie ins Netz schlug. Insgesamt liess Federer sieben von zwölf Breakchancen ungenutzt.

Eine klare Angelegenheit für den Favoriten war das Spiel erst im letzten Satz. Schlüsselszene war das dritte Game. Beim Stand von 1:1 gestand Federer dem Kontrahenten zwei Breakbälle zu; beim ersten riskierte die Weltnummer 1 viel und setzte einen Volley millimeter genau auf die Linie. Danach ging er erfolgreich ans Netz und befreite sich aus dieser kritischen Situation.

ATP-Turnier in Hamburg, Halbfinal

Federer - Moya 4:6,6:4,6:2

LIVE-TICKER

- Spiel, Satz, Sieg - Roger zieht ins Finale ein.

- 30:40, Matchball für Federer.

- Moya schlägt nun gegen den Matchverlust auf.

- Kompromissloses Aufschlagspiel von Federer zum 5:2.

- Federer holt sich das wichtige Break und führt nun mit 4:2.

- Nun muss Roger seinen Aufschlag durchbringen, er holt sich das Game zu Null.

- Moya serviert. Federer ist mit seinem Spiel gar nicht zufrieden.

- Jetzt ist Federer wieder am Zug. Moya erspielt sich zwei Breakchancen, Federer wehrt aber beide souverän ab.

- Moya gleicht zum 1:1 aus.

- Die Nummer 1 eröffnet den dritten Satz und geht 1:0 in Führung.

- Federer holt sich aber gleich den nächsten Satzball und diesmal klappts - 6:4 für Federer im zweiten Satz.

- Nach 40:0 Führung muss Roger über Einstand und kassiert prompt das Break.

- Federer serviert zum Satzausgleich.

- Moya verkürzt auf 5:3.

- Auch Federer muss Moya einen Breakball zugestehen, wehrt ihn aber ab und holt sich das Game mit einem As.

- Moya muss über Einstand gehen, Federer diktiert die Partie nun.

- 40:0, jetzt gehts aber rassig, und der nächste Ball sitzt auch - 4:1.

- 0:40, drei Breakchancen für Federer, die zweite verwertet er und führt mit 3:1.

- Roger muss einmal mehr über Einstand gehen, holt sich aber das Game zum 2:1.

- Moya gleicht ohne grosse Probleme zum 1:1 aus.

- Der zweite Satz beginnt. Roger gibt sich diesmal keine Blösse und geht mit 1:0 in Führung.

- 4:6, der erste Satz geht an Moya.

- Einstand.

- 30:40, die erste ist vertan.

- 15:40, zwei Breakchancen für Roger.

- Der Spanier lässt den Schweizer ganz schön laufen.

- Moya kann nun zum Satzgewinn aufschlagen.

- Ein hartumkämpftes Game, einmal mehr Einstand, aber schliesslich holt sich Federer das Game.

- Satzball Nummer 3 für den Spanier, Federer macht zuviele Fehler.

- Satzball abgewehrt aber gleich wieder ein Fehler von Roger.

- Federer muss über Einstand gehen und verzieht die Vorhand gewaltig - Satzball Moya.

- Moya zieht bisher alle Register seines Könnens.

- 40:15, Moya bringt fast alles zurück und holt sich mit einem Vorhand-Wischer das 5:3.

- Moya kämpft sich zum Einstand, Roger holt sich aber das Game, nur noch 3:4.

- Erster Doppelfehler von Roger.

- 2:4, Moya bestimmt den Match bisher und lässt Federer kaum ins Spiel kommen.

- 2:3, Moya holt sich das zweite Break.

- 30:40, nächste Breakchance für den Spanier.

- 2:2, Roger holt sich das Break zurück.

- und wieder Einstand

- nächste Breakchance für Roger

- Einstand

- 30-40, erste Breakchance für die Nummer 1.

- 30-15, Moya beim Aufschlag.

- Roger verkürzt mit einem sicheren Game auf 1:2.

- 0:2, Moya bringt seinen Service durch.

- 0:1, schon ist's passiert, Federer kassiert bereis das erste Break.

- 15-40, Zwei Breakchancen für Moya

- 0-30, Moya hellwach.

- 0-15, Der erste Punkt gehört dem Spanier.

- Das Spiel beginnt, Federer eröffnet die Partie.

- Die beiden spielen sich noch ein paar Bälle zu.

- Die Stimmung vor dem Spiel ist locker und freundlich.

- Roger Federer hat bisher alle sechs Partien gegen den Spanier gewonnen.

Vor dem Spiel

Nach dem 35. Sieg in Folge in Deutschland im Viertelfinal gegen Ferrer trifft Federer heute etwas überraschend auf Carlos Moya (ATP 36) und damit zum dritten Mal in Serie auf einen Spanier. Moya schlug den Newcomer der Saison, den Serben Novak Djokovic (ATP 6), in drei Sätzen. Im Final winkt dann zum siebten Mal seit Februar 2006 das Duell um den Turniersieg mit dem grossen Herausforderer und Sandkönig Rafael Nadal (ATP 2). Der Spanier kam bisher ohne Satzverlust durch die Draw. Im Viertelfinal schlug er in der Reprise des Rom-Finals den Chilenen Fernando Gonzalez (ATP 5) 6:4, 6:4.

Mühe gegen Ferrer

Gegen Ferrer fiel die Entscheidung im finalen Set in den Games sieben und acht. Zunächst hatte Federer Glück, als bei 3:3, eigenem Aufschlag und 30:30 ein Netzroller auf der Seite Ferrers in den Sand flog. Dann schaffte Federer im folgenden Game das Break zum 5:3 (er brauchte dazu fünf Gelegenheiten), weil Ferrer sechs unerzwungene Fehler unterliefen. Letztlich war es ein hart umkämpfter Sieg gegen einen Widersacher, den Federer bisher immer ohne Satzverlust geschlagen hatte.

Während 45 Minuten und anderthalb Sätzen deutete wenig auf eine Verlängerung und ein enges Ende hin. Federer startete so unwiderstehlich wie am Tag zuvor, als er Ferrers Landsmann Juan Carlos Ferrero abgefertigt hatte, und dominierte während rund 45 Minuten und bis zur 6:3, 3:1-Führung klar. Doch dann riss der Faden, vor allem beim Service. Die Quote sank von 67 Prozent (1. Satz) auf unter 40 Prozent (2. Satz). Die Folge davon war der Verlust des zweiten Durchgangs mit insgesamt vier Breaks von Ferrer. Federer sorgte sich offenbar auch in dieser Phase nicht. «Ich habe immer die Kontrolle gehabt.»

Federer als Publikumsliebling...

Aufgeatmet haben nach dem Matchball die Organisatoren und die Zuschauer. Längst haben sie Federer in Deutschland ins Herz geschlossen und als einen der Ihren quasi adoptiert. Weil zum dritten Mal in Folge keiner aus dem Elitezirkel deutscher Spieler die Qualifikation für die Achtelfinals schaffte, fliegen die Sympathien der Öffentlichkeit in der entscheidenden Turnierphase nun Federer zu. Als Basler sei dieser schliesslich «nur wegen ein paar Kilometern kein Deutscher», wie ein Beobachter (geographisch) korrekt anmerkte.

Auch dank Federers Vorrücken in die Halbfinals erfreut sich das Turnier in Hamburg heuer grosser Beliebtheit. Schon zweimal hefteten die Kassiere der Ticketverkaufsstellen «Ausverkauft»- Schilder an die Schalterscheiben. 17 800 Zuschauer waren am Dienstag und am Donnerstag auf der Anlage; und auch Federers Sieg gegen Ferrer sahen am frühen Freitagnachmittag gegen 10 000 Zuschauer auf den Tribünen des Centre Court.

Der enorme Zuspruch hilft dem Turnier am Rothenbaum vielleicht im Kampf, den Besitzstand für das Jahr 2009 zu wahren und dann weiterhin zur höchsten Turnierkategorie (neben den Majors) zu gehören. Reformpläne der ATP sehen vor, eines der drei Turniere in Monte Carlo, Rom und Hamburg zurückzustufen, den Status Masters Series wegzunehmen und im Kalender anders zu platzieren. Die Spieler haben eine Petition gegen diese Änderung unterschrieben.

...und Zuschauermagnet

Trotz des alljährlich kühlen Wetters kommen die Stars nämlich gerne in die Hansestadt. Heuer fehlt von den Top Ten nur Andy Roddick (ATP 4). Doch genau der Amerikaner brach in der Ferne eine Lanze für eines der Masters-Series-Turniere in seiner amerikanischen Heimat. «Ich verstehe, dass die Europäer ungern an einen Ort wie Cincinnati reisen. Aber wenn dort 180 000 Zuschauer kommen und in Monte Carlo nur 70 000, dann ist das eine Rechnung mit eindeutigem Ergebnis.» Immerhin: bis Freitagabend hatten fast 90 000 Menschen die Drehkreuze in Hamburg passiert; das sind rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

ATP-Turnier in Hamburg, Viertelfinal

Roger Federer - David Ferrer 6:3, 4:6, 6:3

Rafael Nadal - Fernando Gonzalez 6:4, 6:4.

Carlos Moya - Novak Djokovic 7:6 (7:4), 4:6, 7:5.

Halbfinals: Federer - Moya; Nadal - Nicolas Almagro/Lleyton Hewitt

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