Aktualisiert 13.09.2017 17:06

Wer hat's erfunden?Hamburgs beste Burger – und weitere Fleischträume

Der Hamburger kommt aus Hamburg. Die Frage ist nur, wie direkt. 20 Minuten war auf kulinarischer Spurensuche.

von
loo
13.9.2017

20 Minuten hat vier der besten Fleischlokale Hamburgs besucht und getestet.

Ganz genau weiss es natürlich niemand. Aber im Netz kursieren mindestens vier Theorien, wie der Hamburger zu seinem Namen gekommen ist. Sie haben alle mit der Stadt Hamburg zu tun – und rein gar nichts mit dem englischen Wort «ham» für Schinken.

Theorie 1: Im 19. Jahrhundert sollen in Hamburg bereits Frikadellen in Weizenbrötchen als so genanntes «Hamburger Stück» verkauft worden sein. Deutsche Einwanderer sollen das Rezept in die USA gebracht haben. Auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis wurden Hackfleischbrötchen mit Senf, Gurke und Zwiebeln unter dem Namen «Hamburg» verkauft.

Theorie 2: Amerika-Reisende mit dem Abfahrtshafen Hamburg bekamen auf den Schiffen oft Hamburger Hausmannskost zu essen. Dazu gehört das Gericht «Rundstück warm», bei dem ein Stück Schweinebraten auf zwei Brötchenhälften gelegt und mit Sauce übergossen wird. Von da ist der Weg zum Zusammenklappen nicht mehr weit.

Theorie 3: Amerika importierte eine Zeit lang eisgekühltes Rindfleisch aus Europa – via den Hamburger Hafen. «Hamburger» soll als Bezeichnung für qualitativ hochwertiges Rindfleisch gegolten haben.

Theorie 4: Der Hamburger wurde in Hamburg erfunden – aber nicht in Norddeutschland, sondern in Hamburg, New York. Der Ort wirbt sogar damit: «New Yorks Geschenk an die Küchen der Welt – der Hamburger».

Egal, welche Theorie stimmt: Die Fleisch- und Burgerkompetenz ist in Hamburg tief verwurzelt. Und wer genug Hunger mitbringt, kann dort richtig glücklich werden:

The Bird: Fleischtraum vom Punk

Das Mutterhaus steht in Berlin, aber die fast direkt auf dem Kiez gelegene Hamburger Filiale des The Bird ist legendär. Das Interieur ist schmucklos sympathisch, das Personal sichtlich partyfreudig und die gleich vor dem Braten zubereiteten Burger sind epochal. Die als Brötchen verwendeten Toasties trennen das geneigte Publikum zwar strikt in zwei Lager, doch was dazwischen liegt, ist unzweifelhaft Hammer. Location: Trommelstrasse 4.

Dulf's: Steh-Imbiss goes In-Lokal

Das Dulf's (www.dulfsburger.de) hat eine merkwürdige Geschichte hinter sich. Die beiden Gründer beschäftigten sich zwar intensiv damit, wie sie die bestmöglichen Burger machen konnten, mieteten dafür aber einen viel zu kleinen Steh-Imbiss. Nachdem die hungrigen Gäste auch im Winter bis zu einer halben Stunde im Regen auf die extrem beliebten Burger gewartet hatten, zog Dulf's in ein grosses Speiselokal um. Doch auch das half nichts: Es kamen noch mehr, und sie warten immer noch. Location: Karolinenstrasse 2.

Delta: Essen in der Industriehalle

Delta Fleisch ist zunächst einmal einer der grössten Fleisch-Importeure Deutschlands. Und das Delta Bistro ist ein kleines Restaurant, das die Inhaber mehr zum Spass als aus wirtschaftlicher Notwendigkeit mitten in eine riesige Lagerhalle eingebaut haben. Wer den Weg an Lastwagen und Gabelstaplern vorbei zum Bistro findet, wird mit viel Gemütlichkeit und dem möglicherweise besten Dry Aged Beef Deutschlands belohnt. Und das gibt es natürlich auch als Burger (mittags). Location: Lagerstrasse 11.

Schlachterbörse: Fleisch mit Geschichte

Eigentlich gehört die Schlachterbörse (www.schlachterboerse.de) gar nicht hierher, weil sie keine Hamburger serviert. Aber: Sie kann Fleisch wie kaum jemand. Der beste Beweis: Das Lokal hat seit den 70er-Jahren eine unveränderte Menükarte – und ist trotzdem jeden Abend voll. An den Wänden hängt Weltprominenz, die sich in der Schlachterbörse verpflegt, und wer die Lammkoteletts oder das T-Bone ordert, der weiss sofort, warum. Location: Kampstrasse 42.

Und das Hotel dazu: Schlafen wie Batman

Das Hotel Mövenpick Wasserturm liegt nicht nur zentral zwischen allen vier erwähnten Fleischlokalen, es ist mit seiner einmaligen Gotham-haften Architektur wohl das interessanteste Mövenpick-Hotel überhaupt. Beim Umbau des Wasserreservoirs zu einem Hotel war Polizeischutz nötig, weil sich die Bewohner des nahen Schanzenviertels (da, wo auch die G-20-Krawalle waren) mit Gewalt dagegen wehrten – mittlerweile verträgt man sich aber problemlos. Wer im Hotel noch immer Lust auf Proteine hat, bekommt in der Gewölbebar ein vorzügliches Clubsandwich und im Restaurant natürlich das Mövenpick-Signature-Tartar. Location: Sternschanze 6.

Reise-Info

Hamburg. Easyjet bedient Hamburg als Ganzjahresdestination täglich. Tickets gibts ab 43.90 Franken. (One-Way-Preis pro Person basierend auf 2 Passagieren, zuzüglich Kosten für Aufgabegepäck. Weitere Informationen auf easyjet.com.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.