Heung-Min Son: Hamburgs Perle heiss begehrt
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Heung-Min SonHamburgs Perle heiss begehrt

Heung-Min Son hat grossen Anteil am Höhenflug des Hamburger SV. Der Südkoreaner wird mittlerweile von diversen Grossklubs gejagt – nicht nur wegen seinen fussballerischen Künsten.

von
fox

Mit zwei Treffern beim 4:1-Erfolg vor einer Woche gegen Dortmund schoss sich Hamburgs Heung-Min Son definitiv in den Fokus der Öffentlichkeit. Es waren die Saisontore 8 und 9 für den 20-Jährigen, der sich in dieser Saison zu einem Leistungsträger der Hansestädter entwickelt hat. Son gehört zu den Pfeilern in Thorsten Finks Team, das nach dem jüngsten Sieg über Gladbach auf den Europa-League-Qualifikationsplatz geklettert ist.

Die guten Leistungen von «Sonny» bleiben nicht unbemerkt. Schalke und Dortmund sollen über den Offensivmann nachdenken und aus England buhlt Tottenham längst um den Südkoreaner. Neuerdings steht Son auch in den Notizbüchern von Arsenal, Liverpool, Chelsea und Manchester United. Bei letzteren zwei gehe es nicht nur um sportliche Aspekte: Son würde den Grossklubs den südkoreanischen Markt öffnen. Denn in seiner Heimat ist der 13-fache Nationalspieler längst ein Idol. Auch dem HSV bescherte er Millionenverträge mit südkoreanischen Firmen wie Hanwha Solar und Kumho Tyres.

Schon als 16-Jähriger nach Deutschland

Die Karriere des Shootingstars verlief bisher optimal – und aussergewöhnlich. Mit 16 kam er 2008 von Südkorea nach Deutschland. Zusammen mit Kim Min Hyeok und Kim Jong Pil erhielt er aufgrund einer Kooperation des HSV mit dem südkoreanischen Verband die Möglichkeit, bei den Hamburgern ins Jugendzentrum zu wechseln. Der Anfang war schwierig. Alleine Busfahren konnte Son beispielsweise nicht. Denn nicht nur die deutsche Sprache, auch die Schriftzeichen waren für den Teenager völlig fremd. So mussten die drei Kicker Deutsch büffeln.

Auch der Alltag verlief so anders, als daheim. «Wir haben nur einmal am Tag, aber dafür drei bis vier Stunden trainiert, und alles war viel strenger als hier», erinnerte sich Son. In Deutschland gab es plötzlich Individualtraining, Trainingspläne, Ernährungspläne, Fitnesstests und vor allem Eigenverantwortung. «Hier ist alles besser. Am liebsten würde ich für immer in Deutschland bleiben», erklärte er kurz nach seiner Ankunft. Son blieb. Seine zwei Mitstreiter mussten wieder gehen. Zum 18. Geburtstag erhielt der Südkoreaner nach einer starken Vorbereitung unter Trainer Armin Veh einen Zweijahresvertrag als Profi. Wenig später wurde dieser bis 2014 verlängert.

Wie lange kann der HSV sein Juwel noch halten?

Bei seinem Liga-Debüt im Oktober 2010 gegen Köln gelang dem Talent nach 24 Minuten der erste Treffer, zum Stammspieler reichte es in jener Saison aber nicht. Immerhin sammelte er schon ein Jahr zuvor an der U17-WM 2009 in Nigeria wichtige Erfahrungen und führte sein Team mit drei Toren in fünf Partien bis in den Viertelfinal, wo der Gastgeber zu stark war. Gegen die Schweiz, den späteren Weltmeister, spielte Südkorea dabei nicht.

Als lauf- und dribbelstark gilt der HSV-Goldjunge. Und die Distanzschüsse sind gefährlich. Mit jedem Treffer steigt sein Marktwert. Schon im Januar hatte man in Norddeutschland kurz Bedenken, ob Son nicht doch noch abspringt. Er blieb. Im Sommer werden die nächsten Angebote folgen. Unter 12 Millionen Euro dürfte schon jetzt nichts mehr gehen. Der HSV wird mit den Angeboten dann kaum mehr mithalten können, auch wenn Sportdirektor Frank Arnesen das Juwel noch möglichst lange halten möchte.

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