Aktualisiert 08.06.2020 10:30

Rassismus-Debatte

Hamilton ruft zum Sturz von Denkmälern auf

Lewis Hamilton gibt neben der Strecke mächtig Gas. Der Formel-1-Star fordert Regierungen dazu auf, Statuen von umstrittenen Menschen zu entfernen.

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Lewis Hamilton spricht Klartext in der Rassismus-Debatte.

Lewis Hamilton spricht Klartext in der Rassismus-Debatte.

KEYSTONE
Demonstranten rissen am Sonntag bei einer Kundgebung im englischen Bristol die Statue des ehemaligen Politikers Edward Colston, der einst am Sklavenhandel beteiligt war, vom Sockel.

Demonstranten rissen am Sonntag bei einer Kundgebung im englischen Bristol die Statue des ehemaligen Politikers Edward Colston, der einst am Sklavenhandel beteiligt war, vom Sockel.

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Weil die Formel 1 in der Rassismus-Debatte mehrheitlich schwieg, bezeichnete Hamilton den Motorsport als «von Weissen dominiert».

Weil die Formel 1 in der Rassismus-Debatte mehrheitlich schwieg, bezeichnete Hamilton den Motorsport als «von Weissen dominiert».

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Darum gehts

⦁ Lewis Hamilton will keine Statuen von umstrittenen Personen mehr sehen.

⦁ Der Formel-1-Pilot fordert Regierungen zum Handeln auf.

⦁ Hamilton schaltet sich immer wieder in Rassismus-Debatten ein.

Formel-1-Superstar Lewis Hamilton ruft zum Sturz von Denkmälern auf. Der Weltmeister forderte von Regierungen in aller Welt, Statuen zu entfernen, die als rassistische Symbole begriffen werden können. Dazu postete der britische Rennfahrer bei Instagram ein Foto von einer Anti-Rassismus-Demonstration in Bristol, bei der die Statue eines englischen Politikers vom Sockel gestossen wurde, der einst am Sklavenhandel beteiligt war.

«Unser Land hat einen Mann geehrt, der afrikanische Sklaven verkauft hat! Alle Statuen von rassistischen Männern, die Geld mit dem Verkauf eines Menschen verdient haben, sollten abgerissen werden», schrieb Hamilton dazu. Bei den Protesten in Bristol war die Statue danach ins Hafenbecken geworfen worden. «Welche ist die nächste?», fragte Hamilton.

Der Motorsport ist von Weissen dominiert.

Lewis Hamilton

Der Mercedes-Pilot hatte sich zuletzt mit emotionalen Aufrufen in die Debatte nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer Polizeiaktion in den USA eingeschaltet. So hatte er das Schweigen in der Formel 1 zu den Anti-Rassismus-Protesten kritisiert und den Motorsport als «von Weissen dominiert» bezeichnet. Mehrere Formel-1-Kollegen und Teams solidarisierten sich daraufhin mit Hamilton und der «Black-Lives-Matter»-Bewegung.

Zudem hatte Hamilton schon zuvor die politischen Spitzen zum Handeln gegen Rassismus aufgerufen. «Es kann keinen Frieden geben, bis die so genannten Führer es ändern», schrieb Hamilton in der Vorwoche.

(dpa)

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76 Kommentare
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Motzicheib

08.06.2020, 14:30

Vor lauter Abgrenzung passiert Ausgrenzung: Wenn Hamilton in dieser Sache von "Weissen" spricht, trägt er nur zum Problem bei, als es zu lösen. Nur mal so als Denkanstoss.

Doris

08.06.2020, 14:28

Statuen sind auch ein Mahnmal an die dunklen Seiten der Geschichte und erinnern durch die Präsenz daran. Ohne die geht das vergessen ganz nach dem Motto Aus den Augen aus dem Sinn.

Robert

08.06.2020, 14:22

Also muss man alle Statuen entfernen. Jeder und jeder haben ihre dunkeln Seiten und was gestern und heute gewürdigt wurde, kann die nächste Generation plötzlich anders sehen. Hören wir auf mit dem Personenkult und fangen wir doch bei den F1-Fahrern an.