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DeisswilHand in Hand für die Kartonfabrik einstehen

Zwischen 200 und 300 Personen haben auf dem Gelände der Kartonfabrik Deisswil BE gegen die Schliessung protestiert.

Demonstranten versammeln sich vor der Kartonfabrik in Deisswil. (Bild: Leser-Reporter)

Demonstranten versammeln sich vor der Kartonfabrik in Deisswil. (Bild: Leser-Reporter)

Mit einer Menschenkette wollten die Demonstranten am Samstag ihre Solidarität mit den Betroffenen demonstrieren. «Es freut uns, dass so viele Menschen unserem Aufruf gefolgt sind», sagt Roger D'Incan, Mitinitiator der Aktion und ehemaliger Angestellter der Fabrik. Er hoffe aber, dass sich noch mehr Leute für die Solidaritätsaktion einfinden.

Vom Schliessungsentscheid der österreischen Mutterfirma Mayr- Melnhof sind im bernischen Deisswil 255 Angestellte betroffen. D'Incan ist einer von ihnen. Er arbeitete schon seit 2004 eine Zeit lang für die Fabrik.

Vor dreieinhalb Monaten kehrte er zu seinem früheren Arbeitgeber zurück. Ein anderes Angebot liess er für die Kartonfabrik Deisswil sausen, wie D'Incan erzählt. Nun seien er und seine Arbeitskollegen von einem Tag auf den andern auf die Strasse gestellt worden.

Wichtigster Arbeitgeber der Region

Für die Region ist die Kartonfabrik der wichtigste Arbeitgeber. «Meine Familie arbeitet hier in der vierten Generation», sagt Sabrina Nydegger, eine weitere Initiantin der Solidaritätsaktion. Zusammen mit ihrer Kusine Nadine Lanz und Roger D'Incan riefen sie via Facebook zur Kundgebung auf.

«Wir möchten mit unserer Aktion erreichen, dass die Österreicher die Schliessung der Fabrik überdenken», sagt Lanz. Eine andere Möglichkeit wäre, dass ein Schweizer Unternehmen die Kartonfabrik übernimmt und weiterführt.

Unterstützung für die Protestaktion erhalten sie von der Gewerkschaft Unia, die ebenfalls schon am Samstagmorgen auf dem Fabrikgelände vertreten war.

Für die Schliessung der über 130-jährigen Fabrik machten die österreichischen Besitzer die Emissionssteuern in der Schweiz, also die CO2-Abgabe, verantwortlich. Gegen diesen Vorwurf wehrt sich das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Das UVEK gab bekannt, dass die Kartonfabrik Deisswil seit 2008 von der CO2-Abgabe befreit ist. (sda)

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