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Handgemenge vor Mega-Bordell

Showdown im künftig grössten Puff der Schweiz: Beim Augenschein vor Ort war die Stimmung derart gereizt, dass es zu einem Handgemenge kam. Der Kantonsjurist musste schlichten.

Wegen einer Beschwerde erschien Erotik-König Peter Curti gestern zähneknirschend zu einer Parteienverhandlung in seiner neuen Sexoase Freubad in Recherswil. Fotografiert werden wollte er nicht. Ein Fotograf hielt sich nicht daran. Da ging ihm ein Angestellter Curtis an die Gurgel. Kantonsjurist und Verfahrensleiter Thomas Wiggli schlichtete den Streit und entschied wegen der explosiven Stimmung: Die Verhandlung wird ins Gemeindehaus verlegt.

Zuerst inspizierte Wiggli den Lusttempel zusammen mit Gemeindevertretern, Einsprechern und Betreibern. «Wir haben nicht alles gesehen», beschwerte sich ein Einsprecher. Er müsse nicht jede Besenkammer erkunden, rüffelte ihn Wiggli.

Auch die spätere Verhandlung um das stille Gewerbe wurde emotional geführt. «Das Mega-Puff verschandelt unser Dorf», so die Einsprecher, die sich vor Mehrverkehr fürchten. Auf Wigglis Frage nach enormen «Stosszeiten» erklärte Curti: «Ich rechne mit 50 Besuchern pro Tag.» Zur Verfügung stehen über 100 Parkplätze. Die Einsprecher glaubten ihm kein Wort. In rund drei Wochen entscheidet der Kanton, ob das Freubad eröffnen kann.

Denise Schneitter

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