Aktualisiert 11.06.2015 12:52

Neue Regel

Handgepäck im Flieger soll kleiner werden

Der Flugverband Iata schlägt eine um einen Viertel kleinere Maximalgrösse fürs Handgepäck vor. Die Swiss begrüsst dies. Ob sie mitzieht, ist unklar.

von
Kaspar Wolfensberger
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Der internationale Branchenverband der Luftfahrt möchte die Masse für das Handgepäck auf 55 x 35 x 20 Zentimeter verkleinern. Die aktuellen Masse bei Easyjet sind beispielsweise 56 x 45 x 25 Zentimeter. Auf der Grafik sehen Sie den Unterschied, den dies ausmachen würde.

Der internationale Branchenverband der Luftfahrt möchte die Masse für das Handgepäck auf 55 x 35 x 20 Zentimeter verkleinern. Die aktuellen Masse bei Easyjet sind beispielsweise 56 x 45 x 25 Zentimeter. Auf der Grafik sehen Sie den Unterschied, den dies ausmachen würde.

20 Minuten // Stefano Paccagnella
Das Handgepäck soll kleiner werden, das Gedränge wird trotzdem bleiben.

Das Handgepäck soll kleiner werden, das Gedränge wird trotzdem bleiben.

Keystone/Alessandro Della Valle
Der internationale Branchenverband der Luftfahrt möchte die Masse für das Handgepäck auf 55 x 35 x 20 Zentimeter verkleinern. Bei der Swiss sind es derzeit 55 x 40 x 23 Zentimeter.

Der internationale Branchenverband der Luftfahrt möchte die Masse für das Handgepäck auf 55 x 35 x 20 Zentimeter verkleinern. Bei der Swiss sind es derzeit 55 x 40 x 23 Zentimeter.

Gaetan Bally

Die meisten Touristen werden sich wohl bald neue Taschen und Köfferchen kaufen müssen. Der Grund: Der internationale Branchenverband der Luftfahrt (Iata) schlägt vor, die erlaubte Maximalgrösse des Handgepäcks zu reduzieren. Sie soll neu einheitlich 55 x 35 x 20 Zentimeter betragen. Heute beträgt das Mass beim Lufthansa-Konzern, zu dem auch die Swiss gehört, 55 x 40 x 23 Zentimeter, bei Easyjet 56 x 45 x 25 Zentimeter, bei Air Berlin 55 x 40 x 20 Zentimeter oder bei Air France 55 x 35 x 25 Zentimeter.

In Zentimetern klingt die Reduktion auf den ersten Blick nach wenig. Auf das Volumen wirkt sie sich aber stark aus. Im Vergleich zu heute wird es bei den meisten Airlines um etwa einen Viertel schrumpfen. Allerdings ist der Entscheid der Iata für die Fluggesellschaften nicht bindend. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Empfehlung. Wie Stefan Eiselin, Chefredaktor des Flugportals Aerotelegraph.com, erklärt, haben erst 30 namentlich nicht bekannte Airlines sich bereit erklärt, mitzumachen.

Macht Swiss mit?

Auch ob Lufthansa und Swiss mitmachen, ist noch unklar. Zu 20 Minuten sagt ein Sprecher: «Wir begrüssen die Initiative der Iata. Ob und wann diese bei Swiss umgesetzt wird, steht zum heutigen Zeitpunkt aber noch nicht fest.» Für Luftfahrt-Experte Eiselin lässt sich aus dieser Aussage trotzdem ableiten, dass die Swiss den Schritt tatsächlich bald vollzieht. «Bei Air Berlin heisst es im Gegensatz zur Swiss nur, man prüfe den Schritt, das ist um einiges negativer.»

Für die Verkleinerung des Handgepäcks gibt es zwei Hauptgründe. Erstens herrscht seit der Einführung von Gebühren für das Aufgabegepäck durch Billigflieger mehr Chaos an Bord der Maschinen. «Die Passagiere zeigten sich beim Packen immer grösserer Hand-Köfferchen sehr erfinderisch, doch der Platz wurde immer kleiner», so Eiselin.

Mehreinnahmen für die Airlines

Zweitens hat die Verkleinerung des Handgepäcks umgekehrt für viele Airlines finanziell einen positiven Effekt. So werden Passagiere häufiger gezwungen sein, trotzdem einzuchecken. «Bei denjenigen Fluggesellschaften, bei denen hierfür bezahlt werden muss, entstehen so Mehreinnahmen», sagt Eiselin.

Trotz aller negativen Aspekte hat die neue Regel für die Passagiere auch mehrere Vorteile. Einerseits sind die Regeln dann bei fast allen Airlines gleich. Andererseits müssen zukünftig laut Eiselin weniger Koffer noch kurz vor Abflug in den Frachtraum umgeladen werden. Dadurch werden die Wartezeiten kürzer.

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