Stress an Bord: Handgepäck-Puff wegen Billigtarif bei der Swiss
Aktualisiert

Stress an BordHandgepäck-Puff wegen Billigtarif bei der Swiss

Weil beim neuen Billigtarif der Swiss die Gepäckaufgabe extra kostet, reisen die meisten nur noch mit Bordkoffern. Für die gibt es aber zu wenig Platz.

von
Isabel Strassheim

Dicke Luft bei den Flugbegleitern der Swiss: «Die Stimmung in der Kabine ist oftmals gestresst und Frustration kommt auf, weil das Gepäckproblem am Schluss immer beim Kabinenpersonal landet», sagt Denny Manimanakis zu 20 Minuten. Der Präsident der Gewerkschaft des Kabinenpersonals der Airline bestätigt damit einen Bericht der «Schweiz am Sonntag» über Ärger beim Verstauen des Handgepäcks. Seit der Einführung des neuen Light-Tickets der Airline Ende Juni, bei dem die Gepäckaufgabe nicht inklusive ist, würden immer mehr Passagiere beim Bordgepäck das Maximum ausschöpfen oder gar überschreiten. Im Swiss-Mitarbeiter-Magazin «Airmail» hiess es in einem Bericht, Passagiere würden immer mehr Handgepäck mit an Bord nehmen.

Laut Swiss-Piloten kann das Handgepäck auch Verspätungen verursachen: «Wir erleben es oft, dass wir nicht wie geplant vom Gate wegkommen, weil nicht genügend Platz für die Koffer an Bord ist und sie erst noch in den Frachtraum verräumt werden müssen», sagt Lukas Meyer von der Pilotengewerkschaft Aeropers. Die Verzögerungen lägen zwar im Bereich von Minuten, aber jede Minute sei entscheidend.

Mehr Passagiere, weniger Platz fürs Handgepäck

Der Grund ist laut Meyer jedoch nicht nur der neue Billigtarif, sondern auch die grösseren Flugzeuge mit mehr Passagieren, aber ohne mehr Platz fürs Handgepäck: «Verspätungen wegen des Handgepäcks sind ein Dauerthema für uns.»

Als Reaktion hat die Airline zusätzliche Kontrollen des Handgepäcks eingeführt. Das sei aber zeitaufwendig und brauche Überzeugungskraft, sagt ein Swiss-Sprecher zu 20 Minuten. «Die zusätzlichen Massnahmen zahlen sich jedoch aus», so der Sprecher. Das Handgepäck darf acht Kilo nicht überschreiten und maximal 55 x 40 x 23 cm gross sein.

Die Kofferaufgabe am Gate kostet 55 Franken

Swiss hat zwar am Flughafen Zürich einen Extraschalter eingeführt, damit Passagiere, die zu viel Handgepäck dabei haben, dieses noch kurz vor dem Boarding gegen einen Mehrpreis aufgeben können. Laut dem Kabinenpersonal ändert das aber nichts: «Die zusätzlichen Schalter zur nachträglichen Gepäckaufgabe bringen nichts, wenn es keine richtige Kontrolle gibt. Denn die Leute wollen sich das Geld dafür ja gerade sparen», sagt Manimanakis von Kapers. Zudem gibt es auf den anderen Flughäfen keine Extra-Schalter, dort muss das Gepäck am regulären Check-in aufgegeben werden.

Im Light-Tarif kostet ein zusätzliches Gepäckstück am Flughafen Check-in 35 Franken, am Gate später dann 55 Franken.

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