Aktualisiert 11.06.2015 17:20

Im Flieger wird's eng

Handgepäck soll um ein Drittel schrumpfen

Fluggesellschaften zwängen immer mehr Menschen in ihre Flieger. Nun soll auch das Handgepäck schlanker werden.

von
isa/dpa

Schon jetzt hat man den Eindruck, dass entweder die eigenen Beine länger oder die Flugzeuge mit jeder Reise ein wenig kleiner werden. Nun soll man auch noch beim Gepäck sparen müssen. Der Weltluftfahrtverband Iata will die Handgepäckstücke verkleinern. Die Vorgaben sind zwar nicht verbindlich, aber wenn die Fluggesellschaften sich daran halten, sinkt das maximale Volumen der Kabinenkoffer um mehr als ein Drittel.

Nach den in Miami vorgestellten neuen Iata-Empfehlungen dürften die Kabinenkoffer künftig außen nur noch 55x35x20 Zentimeter messen, statt bislang 55x45x25 Zentimeter. Bislang hätten rund 50 Fluggesellschaften Interesse gezeigt, sagte Iata-Vertreter Tom Windmuller. Etwa ein Dutzend der großen Gesellschaften inklusive Lufthansa, Emirates und Qatar hätten schon signalisiert, das mit der Reform verbundene neuen Vorgaben für die Koffer zu akzeptieren.

Damit ist aber noch offen, ob die Passagiere nicht auch künftig größere Handgepäckstücke mitnehmen dürfen. Die großen deutschen Airlines Lufthansa und Germanwings haben nach eigenen Angaben vom Donnerstag noch nicht entschieden, ob sie die Iata-Empfehlungen umsetzen werden.

Die einen so, die anderen so

Bislang folgen beide Fluggesellschaften den alten Iata-Vorgaben nicht, sondern verlangen etwas kleineres Handgepäck mit den Höchstmaßen von 55x40x23 Zentimetern. Zusätzlich zu einem Kabinenkoffer akzeptieren beide in der einfachsten Klasse pro Passagier eine Hand- oder Laptoptasche.

Das Platzproblem in den Kabinen dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, weil immer mehr Gesellschaften dazu übergehen, für aufzugebende Gepäckstücke extra zu kassieren. Air Berlin verkauft seit Mai Tickets ohne Freigepäck. Die Lufthansa will ihren entsprechenden Light-Tarif in diesem Oktober einführen.

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