Tennis-Liebespaar: Handshake? Hier gibts einen Kuss nach der Partie
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Tennis-LiebespaarHandshake? Hier gibts einen Kuss nach der Partie

Sie wollten nie gegeneinander spielen, in Karlsruhe kam es nun zur Premiere: Tennisprofi Alison Van Uytvanck besiegte ihre Lebensgefährtin Greet Minnen.

von
kai

Handshake der intimeren Art: Alison Van Uytvanck und Greet Minnen. (Video: Twitter)

Normalerweise geben sich Tennisspielerinnen nach dem letzten Punkt am Netz die Hand. Mal kühl, mal herzlich, mal umarmen sie sich kurz oder küssen sich auf die Wange, je nach Spielverlauf oder Verhältnis zueinander. Am Turnier in Karlsruhe hingegen kam es zu einer Szene, die nicht alltäglich ist.

Alison Van Uytvanck (25) und Greet Minnen (21) schritten nach ihrem Erstrundenmatch über den Platz, trafen sich in der Mitte, hielten sich ein paar Sekunden innig fest und drückten sich einen Kuss auf die Lippen.

«Krasse Nummer» wird Realität

Zuvor hatten die Belgierinnen das tun müssen, was sie nie wollten: gegeneinander spielen. Denn die beiden sind seit Anfang 2016 ein Paar. Kürzlich hatte Van Uytvanck gesagt: «Es wäre schon sehr komisch, gegen Greet zu spielen. Wir hatten diese Situation noch nie – und eigentlich will ich auch gar nicht drüber nachdenken.» Und dachte dennoch darüber nach. «Wir sprechen immer mehr darüber, weil es anscheinend näher rückt. Es wäre eine sehr krasse Nummer, aber wenn es so sein muss, muss es so sein.»

Die Prominentere der beiden – Van Uytvanck erreichte 2015 den French-Open-Viertelfinal und scheiterte an Timea Bacsinszky – hatte sich im März 2018 geoutet und im belgischen Fernsehen über ihre Beziehung zu Minnen geredet («Niemand muss uns verurteilen, weil wir lesbisch sind. Es ist keine Krankheit.»). Seither nutzt sie die Tennisbühne auch, um ihre Anliegen an die Öffentlichkeit zu tragen. Während Wimbledon sagte Van Uytvanck dem «Guardian», sie hoffe auf mehr Coming-outs. «Es würde es einfacher machen, homosexuell zu sein.»

Den sportlichen Wettstreit gegen ihre 58 Plätze schlechter klassierte Partnerin, mit der sie jeweils Doppel spielt, gewann die Weltnummer 65 übrigens 6:4, 1:6, 6:1.

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