Aktualisiert 26.10.2010 21:05

Stadel ZH

Handwerker nach Schlägerei freigesprochen

Laut Anklage hat sich ein kräftiger Handwerker aus Stadel gegen eine ganze Fussballmannschaft eine Schlägerei geliefert und dabei einen Spieler an der Schulter verletzt. Nicht zu beweisen, befand nun das Gericht.

von
Attila Szenogrady

Es war in der Nacht auf den 10. April 2009, als sich der heute 23-jährige Angeklagte aus Stadel im Kulturzentrum «Millers Studio» im Zürcher Seefeld aufhielt. Zusammen mit einem Kollegen hatte sich der Zürcher Unterländer einen Rausch angetrunken. Mit der Folge, dass er in den frühen Morgenstunden vor der Tanzfläche das Gleichgewicht verlor und versehentlich eine andere Person anrempelte. Dieser stiess den Angeklagten zurück, worauf zwischen den beiden Männern zu einem heftigen Gerangel kam.

Fussballer an Schulter verletzt

Fest steht, dass der Gegner des Angeklagten zu Boden fiel und sich dabei die Schulter ausrenkte. Beim Geschädigten handelte es sich um einen Fussballer, dem nun sein ganzes Team zu Hilfe eilte. Zum Schrecken des Handwerkers, der sich plötzlich einer Überzahl von aufgebrachten Sportlern gegenübersah. Allerdings hatte er Glück, da ihm sein Begleiter beistand und ihn aus der Gefahrenzone riss. Zudem griffen mehrere Sicherheitsbeamte ein und verständigten die Polizei.

Geldstrafe und Busse gefordert

Im letzten Sommer musste sich der kräftige Mann aus Stadel wegen Körperverletzung vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Er musste neben einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 150 Franken mit einer Busse von 900 Franken rechnen. Zudem mit zivilrechtlichen Forderungen des Opfers. Vor Gericht beteuerte der Angeklagte seine Unschuld und führte aus, dass er sich bloss gegen eine Übermacht gewehrt habe.

Unklare Ursache

In seinem nun eröffneten Entscheid hat das Gericht den Angeschuldigten entlastet und ist auf die Anklage nicht einmal eingetreten. So sei die genaue Ursache für die Verletzung völlig unklar, schrieb der Einzelrichter. So sei niemandem klar, wie sich der Geschädigte verletzt habe, ergänzte er. Nicht einmal das Opfer selber habe gewusst, wie es sich die Schulter ausgerenkt habe.

Damit sei nicht erwiesen, welches konkrete Verhalten des Angeklagten zur Verletzung geführt habe, steht in der Verfügung. Mit der Einstellung des Verfahrens wurden die Gerichtskosten auf die Staatskasse genommen.

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