Strassenverkehr: Handy am Steuer? Diese Kamera erwischt jeden

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StrassenverkehrHandy am Steuer? Diese Kamera erwischt jeden

Sie blitzen uns, wenn wir über Rot fahren oder das Tempolimit missachten. Jetzt sollen Kameras auch erkennen, ob beim Fahren das Handy benutzt wird.

von
vhu
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Die neu installierten High-Tech-Kameras in Australien erkennen, wenn Autofahrer ihr Handy am Steuer nutzen. Nach manueller Nachprüfung werden Bussen ausgestellt.

Die neu installierten High-Tech-Kameras in Australien erkennen, wenn Autofahrer ihr Handy am Steuer nutzen. Nach manueller Nachprüfung werden Bussen ausgestellt.

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Bis anhin war die Western Australia Police den telefonierenden und textenden Autofahrern nämlich auf Motorrädern auf den Fersen ...

Bis anhin war die Western Australia Police den telefonierenden und textenden Autofahrern nämlich auf Motorrädern auf den Fersen ...

9 News Perth
... und zwar mit Helmkameras, die auf der Seite des Kopfschutzes befestigt sind.

... und zwar mit Helmkameras, die auf der Seite des Kopfschutzes befestigt sind.

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Wer am Steuer SMS schreibt oder mit Handy am Ohr telefoniert, verstösst gegen das Gesetz. Nun werden in Australien High-Tech-Kameras eingesetzt, die erkennen, ob Fahrer ihre Mobiltelefone nutzen. Die Software analysiert die Bilder und sortiert diejenigen aus, auf denen ein möglicher Verstoss zu sehen ist. Die Bilder werden vorerst noch manuell ausgewertet und die Fahrer gebüsst.

In einem ersten Test wurden drei Kameras während neuneinhalb Stunden auf dem Mitchell Freeway im australischen Leederville installiert, einem Ort mit besonders hoher Unfallrate. Über 33'000 Autos wurden gescannt. In mehr als 3 Prozent der Fälle war das Handy im Spiel. In anderen Worten: Alle 30 Sekunden hat ein Autofahrer gegen das Gesetz verstossen.

Ablenkung beim Fahren ist Hauptunfallursache

Zurzeit werden die Kameras in Melbourne und New South Wales getestet. Der Einsatz einer solchen Technologie wäre eine Weltneuheit und ist eine der Prioritäten in Australiens Verkehrssicherheitsplan 2021. So könnten Fahrer daran gehindert werden, ihr Handy beim Fahren zu nutzen, selbst dann, wenn keine Polizei in Sicht ist. Besonders wichtig für Australien, denn dort ist Ablenkung die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle.

In der Schweiz ist die Situation ähnlich. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) sind Unaufmerksamkeit und Ablenkung des Lenkers Hauptursachen für Verkehrsunfälle. So auch im Kanton Zürich. Hier hat sich beinahe ein Drittel aller 2017 registrierten Verkehrsunfälle ereignet. Die Ursache ist in jedem vierten Fall auf Unaufmerksamkeit oder Ablenkung des Lenkers zurückzuführen.

Wer hierzulande tippt oder telefoniert, bekommt eine Busse. Im Extremfall muss sogar mit dem Führerscheinentzug gerechnet werden. Für «Telefonieren am Steuer» muss ein Bussgeld von 100 Franken bezahlt werden.

Kontrollen statt Kameras

Um diese kommt man auch nicht herum, wenn man bereits wegen Tempoüberschreitung oder Nichtbeachtung des Lichtsignals eine Busse zahlen muss. «Wenn auf einem Radarfoto zu erkennen ist, dass der Lenker eindeutig ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, wird er zusätzlich 100 Franken in Form einer Ordnungsbusse bezahlen müssen», erklärt Carmen Surber, Mediensprecherin der Kantonspolizei Zürich.

Solche neuen Verkehrskameras wie in Australien sind für Surber im Kanton Zürich aber nicht denkbar, auch nicht für die Zukunft. Stattdessen setze man auf tägliche Polizeikontrollen und die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer.

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