Aktualisiert 19.05.2020 13:53

Ungewollter Filter

Handy-Hersteller verbaut aus Versehen Röntgenblick-Kamera

Das neue Gerät von Oneplus konnte mit seiner Kamera durch Plastik sehen. Viele User zeigten sich über dieses Feature belustigt und etwas verunsichert.

von
Dominique Zeier
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Die Kamera des Oneplus 8 hatte bis vor kurzem ein ganz spezielles Feature.

Die Kamera des Oneplus 8 hatte bis vor kurzem ein ganz spezielles Feature.

Foto: Oneplus
Der «Color Filter» konnte durch Gegenstände sehen.

Der «Color Filter» konnte durch Gegenstände sehen.

Oneplus
Dies war möglich, da die Kamera Infrarot-Licht sichtbar machte.

Dies war möglich, da die Kamera Infrarot-Licht sichtbar machte.

Oneplus

Darum gehts

  • Das Oneplus 8 hatte einen Kamera-Filter eingebaut, der durch Plastik sehen konnte.
  • Dies war möglich, da er Infrarotstrahlen sichtbar machte.
  • Mittlerweile ist der Filter deaktiviert.

Wer über das neue Smartphone Oneplus 8 verfügt und mit den Kamera-Settings herumgespielt hat, konnte eine kurze Zeit lang sein blaues Wunder erleben. Stellte man in der Kamera-App nämlich «Color Filter» ein, verwandelte sich das Telefon kurzerhand in eine «Röntgen»-Kamera.

Der Smartphone-Experte Ben Geskin hat das Feature als einer der ersten entdeckt und Bilder und Videos davon auf seinen Twitter-Kanal geladen. Eines der besten Beispiele zeigt er hier mit einer Apple-TV-Box.

Wie funktioniert das?

Beim Foto-Effekt handelt es sich um einen Monochrom-Filter der Oneplus-Kamera, wie Stern.de erklärt. Dieser fängt Infrarotstrahlen ein und macht sie sichtbar. So können beispielsweise auch die Punkte erkenntlich gemacht werden, die iPhones zur Gesichtserkennung mittels Face ID benutzen. Auch bei diesen handelt es sich um Infrarotlicht, das das iPhone ausstrahlt. Diesen Prozess demonstriert Geskin in folgendem Video:

Wird die Kamera auf dunkle Plastikobjekte gehalten, die nicht gegen Infrarotlicht isoliert wurden, können jene Strahlen, die durch das Gehäuse treten, sichtbar gemacht werden. Dies erlaubt es dem Nutzer, das Innenleben von scheinbar undurchsichtigen Geräten zu sehen. Auch vielen weiteren Nutzern auf Twitter gelang dieses Experiment und sie teilten diese Bilder zahlreich mit ihren Followern. So funktionierte der Trick beispielsweise bei dieser Fernbedienung:

Es wird angenommen, dass der «Röntgenblick» des Oneplus 8 durch Zufall entstanden ist und nicht absichtlich programmiert wurde. Denn der Hersteller hat den «Color Filter» laut Geskin mittlerweile deaktiviert, nachdem immer mehr User darüber berichtet hatten. «Es ist traurig, dass sie sich dazu entschieden haben. Ich fand es ein einzigartiges Feature», schreibt er auf Twitter. Es sei schliesslich harmlos gewesen, da es beispielsweise nicht durch Kleider sehen konnte, wie viele Nutzer befürchtet hatten.

Was ist Infrarotstrahlung?

Infrarotstrahlen sind elektromagnetische Wellen, die sich in einem für den Menschen nicht sichtbaren Spektrum befinden. Sie schwingen in einer Wellenlänge zwischen rund einem Millimeter und 750 Nanometern. Diese Art von Strahlung durchdringt viele Gewebe und Materialien, die nicht isoliert sind.

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13 Kommentare

phi

24.05.2020, 07:26

Im Moment wahrscheinlich noch schlauer, eine alleinige Wärmebildkamera zu nehmen. Wir hatten jedoch im Winter unser Haus nach Wärmelecks mit der Caterpillar (mit integrierter Wärmebildkamera) eines Bekannten erfolgreich abgeklappert. Es gibt sie also noch, die Handys mit gewollter Wärmebildkamera z. B. die CAT S60.

Ruedi58

21.05.2020, 06:18

Einige Kommentare gehören wohl nicht in diesen Artikel ? Aber ich verstehe es irgend wie, da sehr wenige Artikel für Kommentare freigeschaltet werden und die Freischaltung nur kurzfristig frei geschaltet ist.

Peter

21.05.2020, 06:07

Dasjenige Handy welches als erstes den Röntgenblick durch Textilien zulässt wird sich zum Verkaufsschlager entwickeln und Apple den Rang ablaufen. Eine gute Geschäftsidee wäre es bereits jetzt T-Shirts/Hosen und weitere Textilien mit Adsorbern zu entwickeln, welche vor diesen Einblicken schützen können.