Handy-Pornos: Polizei zieht immer mehr Telefone ein
Aktualisiert

Handy-Pornos: Polizei zieht immer mehr Telefone ein

Viele Jugendliche haben verbotenerweise Porno- und Gewaltvideos auf ihrem Mobiltelefon. Die Polizei zieht mittlerweile sechs Handys pro Woche ein.

«Wir bekommen regelmässig Fälle von Jugendlichen, die sich wegen Pornos auf ihrem Handy oder Computer strafbar machen», sagt Hansueli Gürber von der Zürcher Jugendanwaltschaft. Das Konsumieren von Pornos unter 16 Jahren ist illegal. Die Strafanzeige käme

in den meisten Fällen von der Polizei. Meist würden die verbotenen Gewalt- und Pornofilmchen auf Handys durch Zufall entdeckt. «Bei Kontrollen wegen Drogenmissbrauch oder Diebstahl prüfen unsere Spezialisten vom Jugenddienst immer öfter auch die Handys», so Stapo-Sprecher Marco Cortesi.

«Pro Woche ziehen wir im Schnitt sechs Handys von Jugendlichen ein.» Das Alter der Porno-Konsumenten ist massiv gesunken: «Schon manche 10-jährige Knaben haben den ersten Kontakt mit Pornografie», sagt der Sexualpädagoge Christian Conrad. «Junge meinen, Sexfilmchen auf dem Handy machten sie auf dem Pausenhof zum absoluten Platzhirsch.» Es gelte das Motto: je krasser, desto cooler. Problematisch sei dabei, dass diese Jugendlichen glaubten, Pornos würden die Wirklichkeit wiederspiegeln. «Beim ersten Mal sind dann viele enttäuscht», so Conrad.

Yvonne Eisenring

Sexualisierung der Jugend

Mit einer Vortragsreihe zum Thema «Jugendliche und Pornografie» will der Berufsverband von Schweizer Sexualpädagogen Lehrkräfte, Fachleute und Eltern über die Problematik informieren. Heute referiert der Leiter der Kriminalprävention, Martin Boess, über Pornografie aus polizeilicher und juristischer Sicht. Der Vortrag findet um 18 Uhr im Careum Bildungszentrum an der Gloriastrasse in Zürich statt.

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