Aktualisiert 27.10.2009 22:47

UmfrageHandy-Schnüffler unter uns!

Lassen Sie Ihr Handy zu Hause gern mal rumliegen? Passen Sie auf: Es könnte gut sein, dass Ihr Partner seine Nase in Ihre Geheimnisse steckt. Jeder zweite hat nämlich schon im Handy seines Partners rumgeschnüffelt. Pikant: Frauen tun es häufiger als Männer.

von
Daniel Huber

Das Handy ist zum unverzichtbaren Alltagsgegenstand geworden; und je weniger wir uns vorstellen können, handy-los durchs Leben zu gehen, desto mehr vertrauen wir auf den kleinen elektronischen Helfer in unserer Tasche.

Backup? Nein danke!

Das hat so seine Gefahren. Da ist zum einen das Risiko des Datenverlusts. Moderne Handys, die quasi als mobile Büros dienen, bieten Platz für grosse Datenmengen; darunter beispielsweise umfangreiche Telefonbücher. Ist das Gerät weg, sind es auch diese Nummern. Trotzdem haben mehr als die Hälfte (54,2%) der Teilnehmer an der nicht repräsentativen Web-Umfrage auf 20 Minuten Online diese wichtigen Daten nicht an einem anderen Ort abgespeichert oder aufgeschrieben. Dabei gilt: Je jünger die Handynutzer sind, desto unwichtiger finden sie es, ihre Nummern zu sichern. Bei den unter 18-Jährigen tun dies weniger als ein Drittel (29,9%), dann steigt der Anteil bei der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen ruckartig auf über 40%. Am vorsichtigsten sind erwartungsgemäss die älteren Semester: Fast 60% der über 50-Jährigen (57,7%) haben ein Backup ihrer Telefonnummern erstellt oder verfügen noch zusätzlich über ein Telefonbuch aus Papier.

Handy oder Schlüssel?

Aus diesem Grund trifft es die vorsichtigen Älteren auch am wenigsten, wenn ihnen das Handy abhanden kommt: Nur knapp 17% der über 50-Jährigen findet es schlimmer, das Handy statt den Wohnungsschlüssel zu verlieren, umgekehrt aber sind es 70,3% (13% können sich nicht entscheiden, was für sie schlimmer ist). Je jünger die Handy-Nutzer sind, desto eher finden sie den Verlust des Handys schlimmer als den des Schlüssels: Bei den unter 18-Jährigen, von denen wohl ohnehin die überwältigende Mehrheit noch im Hotel Mamam logiert, sind das 46,7% (gegenüber 35%, für die der Schlüssel wichtiger ist).

Neugierige Junge, neugierige Frauen

Ältere Handynutzer sind aber nicht nur vorsichtiger — man kann ihnen auch mehr vertrauen. Weit weniger als jeder Fünfte der über 50-Jährigen (16,2) hat schon mal im Handy seines Partners rumgeschnüffelt; bei den unter 18-Jährigen sind das hingegen erschreckende 46,8%. Und noch dreister ist die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen: Bei ihnen sind es mehr als die Hälfte (53,2%), die ihre neugierige Nase schon mal in ein fremdes Handy gesteckt haben.

Interessant: Frauen scheinen dabei deutlich neugieriger zu sein als Männer. Jedenfalls liegt der Anteil der Schnüfflerinnen bei bedenklichen 56,8%, während der Vergleichswert bei den Männern relativ diskrete 40,3% beträgt. Insgesamt sind es 45,7% aller Teilnehmer, die bereits mindestens einmal das Handy ihres Partners durchschnüffelt haben.

Der Trend zum Zweithandy

Möglicherweise haben Frauen ja allen Grund für ihren Kontrolldrang: Immerhin hat fast jeder zehnte Mann (9,3%) ein Zweithandy, von dem seine Partnerin nichts weiss. Bei den Frauen sind es deutlich weniger; der Anteil liegt hier bei nur 5,9%. Die Männer liegen auch vorn, wenn es darum geht, Nummern im Handy vor neugierigen Blicken zu schützen: Jeder vierte (25,2%) hat mindestens eine Nummer in seinem Telefonbuch versteckt (zum Beispiel unter falschem Namen abgespeichert). Hier ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern indes minim: Die Frauen liegen nur knapp (22%) hinter den Männern.

Wie halten Sie es mit den Handy-Geheimnissen?

Wie sieht es bei Ihnen mit den Handy-Geheimnissen aus? Schnüffeln Sie selber gern rum — und schützen Sie Ihr Handy vor neugierigen Augen?

Schreiben Sie Ihre Erfahrungen und Meinungen ins TalkBack!

An der nicht repräsentativen Web-Umfrage haben sich insgesamt 1699 Leserinnen (544) und Leser (1155) von 20 Minuten Online beteiligt. Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage finden Sie .

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