Aktualisiert 21.03.2006 21:21

Handy-Störsender für die Berner Gefängnisse gefordert

Auch in Bern sollen Strafanstalten künftig mit Handy-Störsendern ausgestattet werden: Das verlangt SVP-Grossrat Thomas Fuchs.

«Schlimm genug, dass viele Häftlinge trotz Verbot überhaupt Handys besitzen», sagt SVP-Grossrat Thomas Fuchs. «Nun müssen wir zumindest dafür sorgen, dass die Mobiltelefone nicht missbraucht werden.» Es sei anzunehmen, dass zahlreiche Gefängnisinsassen mit den Handys Straftaten planten.

Im aargauischen Lenzburg hatte ein Häftling im vergangenen Jahr auf diese Weise gar seine Flucht organisiert. Kurz darauf beschloss die Strafanstalt, einen Störsender zu installieren – offenbar mit Erfolg.

«Auch im Kanton Bern besteht Handlungsbedarf», so Fuchs. In einer Motion fordert er vom Regierungsrat, alle Justizvollzugsanstalten mit Störsendern auszustatten. «Die Kosten sind an anderen Orten im Strafvollzug zu kompensieren.» Fuchs rechnet mit Ausgaben von rund 300 000 Franken pro Anlage.

Die Gefängnisse reagieren zurückhaltend: «Grundsätzlich ist es sinnvoll, das Vorhaben zu prüfen», sagt Thorberg-Direktor Hans Zoss. «Ich frage mich einfach, ob es technisch machbar ist.» Diese Sorge ist nicht unbegründet: Ein Pilotversuch in der Anstalt Pöschwies ZH wurde zur Lachnummer. Die Häftlinge wichen auf UMTS-fähige Handys aus, denen der Störsender nichts anhaben konnte.

Raffaela Moresi

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