Aktualisiert 11.06.2015 09:52

Am Zoll gestoppt

Handy übersteht Reise auf der Stossstange

Susanne Krostitz wurde am Schweizer Zoll angehalten – wegen ihrer Ladung im Kofferraum, dachte sie zuerst.

von
ced
«Der Zöllner hat geschmunzelt und gesagt, dass er noch nie jemanden getroffen habe, der so viel Glück hatte wie ich.»

«Der Zöllner hat geschmunzelt und gesagt, dass er noch nie jemanden getroffen habe, der so viel Glück hatte wie ich.»

Susanne Krostitz (50) war kürzlich auf dem Weg zu ihrem Freund nach Zunzgen in Basel-Landschaft. «Zusammen mit meiner Chefin betreute ich einen Stand an einem Kongress in Freiburg. Wir mussten hastig zusammenräumen, da meine Chefin danach noch verabredet war. Wir haben alles in Kisten verpackt und in mein Auto geladen.»

Wegen der vielen Kisten in ihrem Auto war Krostitz deshalb nicht überrascht, als sie am Zoll in Basel herausgewinkt wurde. «Ich hatte schon den Schlüssel ausgepackt und wollte den Kofferraum öffnen, doch der Zöllner hat nur geschmunzelt und gesagt, dass er noch nie jemanden getroffen habe, der so viel Glück hatte wie ich.» Ein kurzer Blick auf die Stossstange brachte Aufschluss: Im Spalt unterhalb der Kofferraumtür war ein Handy eingeklemmt.

Zöllner haben sich «kaputtgelacht»

Laut Krostitz war es das Handy der Chefin. «Wahrscheinlich war es ihr aus der Tasche gefallen, als wir die Kisten einräumten.» Es sei nicht beschädigt gewesen, da der Spalt unter der Kofferraumtür genau so breit gewesen sei wie das Handy. «Die Zöllner konnten es nicht fassen, es war eine kleine Sensation. Sie haben sich kaputtgelacht», so Krostitz.

In Zunzgen angekommen, versuchte Krostitz zusammen mit ihrem Freund, die Chefin zu kontaktieren. Das sei aber praktisch unmöglich gewesen, da diese erst vor kurzem umgezogen sei und noch keine neue Telefonnummer hinterlegt hatte. «Ich dachte nur, dass sie jetzt sicher panisch nach ihrem Handy sucht. Da blinkte auf dem Bildschirm plötzlich eine Erinnerungsnachricht auf.»

Handyverlust nicht bemerkt

Die Erinnerung zeigte eine Zugverbindung am Bahnhof in Freiburg an, die die Chefin offenbar erwischen wollte. Krostitz: «Kurzerhand habe ich zum Hörer gegriffen und die Deutsche Bahn angerufen. Nachdem ich ihnen die Geschichte erzählt hatte, haben sie sich einverstanden erklärt, meine Chefin über die Lautsprecher am Bahnhof Freiburg auszurufen.»

Erst da habe sich herausgestellt: Die Chefin hatte das Handy gar nicht vermisst. «Zum Zeitpunkt des Ausrufs war sie zum Glück tatsächlich am Bahnhof. Erst da bemerkte sie, dass ihr Handy fehlte.» Die verrückte Handy-Odyssee endete dann bei der Post. Krostitz: «Ich habe meiner Chefin das Handy sofort zurückgeschickt.»

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