Comparis-Analyse: Handy-Versicherungen sind verschenktes Geld
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Comparis-AnalyseHandy-Versicherungen sind verschenktes Geld

Für die meisten ist eine spezielle Handy-Versicherung überteuert. Auch für diejenigen, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

von
dmo
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Spezielle Handy-Versicherungen werden beispielsweise von Swisscom oder Sunrise angeboten.

Spezielle Handy-Versicherungen werden beispielsweise von Swisscom oder Sunrise angeboten.

AP/Luca Bruno
Im Schadenfall wird aber nicht einfach automatisch der ursprüngliche Preis erstattet.

Im Schadenfall wird aber nicht einfach automatisch der ursprüngliche Preis erstattet.

AP/ben Margot
Zudem kommt ein Selbstbehalt hinzu.

Zudem kommt ein Selbstbehalt hinzu.

Keystone/Sven Hoppe

Der Trend zu immer teureren Smartphones schlägt sich auch bei den Versicherungen nieder. In den letzten Jahren sind verschiedene Spezialprodukte für die Deckung von Displaybruch oder Handydiebstahl auf den Markt gekommen. Einen spürbaren Anstieg der Versicherungsabschlüsse verzeichnete die Baloise bei der iPhone-Lancierungen im Herbst. Doch nicht jeder Versicherungsnehmer ist auch ehrlich.

Gemäss Allianz und Baloise häufen sich die Schadenmeldungen nicht nur in den Sommerferien, sondern auch bei der Lancierung neuer Smartphone-Flaggschiffe. Dies war auch 2018 nicht anders. Doch wie eine Analyse von Comparis zeigt, ist für die meisten Handybesitzer – egal ob ehrlich oder nicht – eine spezielle Versicherung überteuert und nicht sinnvoll, weil der versicherte Gerätepreis mitunter eingeschränkt ist. Sunrise Smart Protect kostet beispielsweise 120 Franken pro Jahr. Die Police ist aber nur für Geräte mit einem Preis zwischen 400 und 600 Franken gültig. Swisscom Protection Plus kostet ebenfalls 120 Franken pro Jahr. Versichert sind dabei Geräte bis 849 Franken.

Geräte werden häufig nicht einfach ersetzt

Attraktiver sind sogenannte Elektro-Kasko-Versicherungen: Hier betragen die Deckungen mehrere Tausend Franken (meistens mindestens 2000 Franken). Zudem gilt der Versicherungsschutz nicht bloss für ein einzelnes Handy, sondern für alle Elektronikgeräte im Haushalt. Zu beachten ist bei einem entsprechenden Abschluss, dass die Prämien der Hausratversicherung steigen und ein Teil der Kosten im Schadenfall selbst getragen werden muss.

Und: Beschädigte Geräte werden häufig nicht einfach ersetzt – und schon gar nicht etwa durch das neueste Modell. In erster Linie werden die Reparaturkosten bezahlt. Nach Diebstahl oder bei Totalschaden ersetzen die Versicherer das gleiche Modell oder das nächst neuere oder vergüten schlimmstenfalls den aktuellen Wiederbeschaffungspreis des versicherten Gerätes. «Da Handymodelle nach einigen Monaten deutlich günstiger werden, ist der Ersatz dieser Vorgängermodelle im Vergleich zur Anschaffung des neuesten Modells günstiger», erklärt Zurich-Sprecher David Schaffner.

Für Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick lohnen sich Versicherungen deshalb nur bei sehr teuren Premium-Smartphones der neuesten Generation. «Im Grundsatz sind Diebstähle bereits über den Zusatz in der Hausratversicherung abgedeckt», deshalb sei eine zusätzliche Handyversicherung diesbezüglich für die meisten Leute überflüssig, sagt Frick. Aber auch bei Bruchschäden gelte: «Bei einem Schadenfall muss man den Selbstbehalt berücksichtigen.» Wer kein Top-Modell besitze, zahle deshalb meist drauf.

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