Kampfjet-Streit: Handy von Gripen-Chef abgehört

Aktualisiert

Kampfjet-StreitHandy von Gripen-Chef abgehört

Die Nebengeräusche um den Gripen-Kauf des Bundesrates werden erneut lauter. In einem Interview erhebt der Saab-CEO schwere Vorwürfe an die Konkurrenz von Dassault und EADS.

von
aeg

Der CEO der schwedischen Saab AG, Haakan Buskhe, hat am Freitag in einem Interview mit der «Svenska Dagbladet» von Abhöraktionen auf sein Mobiltelefon berichtet. Die Saab AG produziert den Kampfjet Gripen, den die Schweiz als Tiger-Ersatz ausgewählt hat.

Die Belauschungen sollen in direktem Zusammenhang mit den Verhandlungen mit der Schweiz stehen, wie Buskhe erzählt. «Natürlich bin ich überrascht über die Methoden unserer Mitstreiter. Ich wurde genau beobachtet, mein Mobiltelefon wurde mehrere Male angezapft.» Sogar SMS wurden laut Buskhe in seinem Namen verschickt. Wer hinter der Abhör-Attacke steckt, wollte er jedoch nicht verraten.

Immer wieder Vorwürfe

Im November 2011 hatte der Bundesrat bekannt gegeben, dass die Wahl für einen neuen Kampfjet auf den Gripen gefallen sei. Er wurde dem Rafale der französischen Firma Dassault und dem Eurofighter der EADS vorgezogen.

Ueli Maurer über den Gripen

Insgesamt 22 Flugzeuge aus Schweden für maximal 3.13 Milliarden Franken will der Bundesrat erwerben. Er hat sich damit für die günstigste Variante entschieden. Im Februar hatte Berichten zu Folge Dassault sein Angebot deutlich verbessert und damit die Diskussion in der Schweiz erneut angeheizt. Ein offizielles Angebot ist beim Bundesrat jedoch nicht eingegangen. Im Zusammenhang mit der Vergabe des Milliarden-Auftrags wurden immer wieder Korruptions- und –Spionagevorwürfe laut.

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