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Handys nicht Senioren-kompatibel

Wenn ältere Menschen keine SMS schreiben können, ist das nicht ihre Schuld: Nicht etwa die kleinen Tasten, sondern die Menüs der Mobiltelefone sind das Hauptproblem. «Dessen Logik ist nicht für ältere Menschen gemacht», erklärt Arbeitswissenschaftler Wolfgang Friesdorf.

Die Geräte-Designer müssten ihre Haltung gegenüber den Verbrauchern verändern, fordert die von Friesdorf geleitete Arbeitsgruppe «Seniorengerechte Technik im Haushalt» (Sentha). Anstatt zu fragen, wie sie ihre Produkte an den Kunden bringen, müssten sich die Produktentwickler in die Lage der älteren Anwender hineinversetzen. Der ebenfalls an dem Forschungsprojekt mitwirkende Arbeitswissenschaftler Matthias Göbel erklärte, dass ein seniorengerechtes Gerät nicht alle Funktionen bieten müsse, die technisch möglich seien. Hier gelte der

Grundsatz «Weniger ist mehr».

Die Wissenschaftler entwickelten ein neues Leitbild, das nicht mehr von Defiziten älterer Menschen ausgeht, «sondern von vorhandenen geistigen und körperlichen Fähigkeiten, die der Senior auch nutzen will». Dieser andere Ansatz stellt nach Darstellung der TU Berlin auch die Produktentwicklung vor eine neue Herausforderung. An dem Sentha-Projekt wirken auch die Universität der Künste, das Berliner Institut für Sozialforschung, das Deutsche Zentrum für Alternsforschung an der Uni Heidelberg und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus mit. (dapd)

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