Handytarife müssen billiger werden
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Handytarife müssen billiger werden

Der Druck auf die Mobilfunkanbieter Swisscom, Orange und Sunrise steigt. Die Terminierungsgebühren können künftig von der Kommunikationskommission (ComCom) diktiert werden, weil die Wettbewerbskommission (Weko) eine marktbeherrschende Stellung der drei Unternehmungen in diesem Bereich feststellte.

Die Feststellung der marktbeherrschenden Stellung der grossen Schweizer Handy-Anbieter ist in einem Gutachten der Weko von Anfang letzter Woche enthalten, wie die Weko am Dienstag in Bern mitteilte. Mit dieser Feststellung setzt die Weko, die eine eigene Untersuchung zu diesem Thema führt, ihre Anstrengungen zur Belebung des Wettbewerbs im Mobilfunkmarkt in der Schweiz weiter, wie die Wettbewerbshüter mitteilten. Die Terminierungsgebühren - Taxen, die für die Umleitung von Anrufen von Fremdnetzen auf das eigene Netz verrechnet werden - sind laut Weko in der Schweiz im Vergleich mit dem Preisniveau in Europa immer noch hoch. Die ComCom kann nun die Gebühren nach kostenorientierten Grundsätzen festlegen und sie den Handy-Anbietern vorschreiben. Das Weko-Gutachten wurde im Rahmen der fernmelderechtlichen Interkonnektionsverfahren bei der ComCom gegen die Anbieter erstellt.

In der von der Weko selber geführten Untersuchung, die bereits seit 17. Oktober 2002 läuft, geht es nicht nur um die Marktstellung, sondern auch um die allfällige Missbräuchlichkeit der Terminierungspreise. Die Untersuchung befindet sich laut jüngster Mitteilung im Endstadium. Die Weko hatte, wie berichtet, der Swisscom im vergangenen April wegen überrissener Terminierungspreise bereits eine Busse von 489 Millionen Franken angedroht. Die Swisscom bezeichnet die Bussenandrohung als unbegründet und hat deshalb dafür noch keine Rückstellungen gebildet. Sunrise und Orange erhielten bisher keine Bussenandrohung, obwohl ihre Terminierungsgebühren im vergangenen Frühling noch höher waren als jene der Swisscom. Diese stellte aber einen beträchtlichen Betrag für die Rückzahlung zu hoher Interkonnektionsgebühren zurück.

An der leicht schwächeren Schweizer Börse fiel die Reaktion auf das jüngste Ungemach der Swisscom bescheiden aus. Im frühen Handel stand der Aktienkurs des Schweizer Telekommunikations-Marktleaders am Morgen 0,2 Prozent tiefer als am Vorabend. (sda)

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