Geldmangel: Hanf-Initiative droht noch vor dem Start zu scheitern
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GeldmangelHanf-Initiative droht noch vor dem Start zu scheitern

Den Hanffreunden fehlen 7'000 Franken, um ihre Initiative zu starten. Viele spenden nicht, weil sie denken: Nach CBD wird auch THC sowieso legalisiert.

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pam
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100'000 Franken sammelt der Verein Legalize It, um die Sammlung einer Volksinitiative zu finanzieren.

100'000 Franken sammelt der Verein Legalize It, um die Sammlung einer Volksinitiative zu finanzieren.

Keystone/Martin Ruetschi
Doch nun könnte die Initiative scheitern, bevor sie lanciert wurde: Bisher sind erst erst 89'000 Franken gesammelt. Und die Zeit wird knapp, da die Frist nur noch bis Ende Dezember läuft.

Doch nun könnte die Initiative scheitern, bevor sie lanciert wurde: Bisher sind erst erst 89'000 Franken gesammelt. Und die Zeit wird knapp, da die Frist nur noch bis Ende Dezember läuft.

Keystone/Christian Beutler
«Durch den CBD-Boom glauben jetzt viele, dass eine Legalisierung von Hanf mit hohem THC-Gehalt automatisch kommt», sagt Nino Forrer, Sprecher von Legalize It, zu 20 Minuten.

«Durch den CBD-Boom glauben jetzt viele, dass eine Legalisierung von Hanf mit hohem THC-Gehalt automatisch kommt», sagt Nino Forrer, Sprecher von Legalize It, zu 20 Minuten.

zvg

Der letzte Anlauf, Cannabis in der Schweiz zu legalisieren, scheiterte 2008 trotz Unterstützung namhafter Politiker an der Urne deutlich. Nur 36,8 Prozent stimmten Ja. Einen neuen Versuch wagt der Verein Legalize It und hat dazu ein Crowdfunding eingerichtet, um das nötige Geld für eine Unterschriftensammlung aufzutreiben.

Der Verein rechnet mit minimal 100'000 Franken, die für Lohn- und Sammelkosten anfallen. Und auch mit diesem Betrag liegt die Erfolgschance, die nötigen Unterschriften zusammenzubringen, bei 25 Prozent. Doch nun könnte die Initiative scheitern, bevor sie lanciert wurde: Bis Freitagmorgen sind erst erst 93'000 Franken gesammelt. Und die Zeit wird knapp, da die Frist nur noch bis Ende Dezember läuft.

Bremst CBD-Hanf die Legalisierungsbestrebungen?

«Sollten wir die Finanzierung nicht schaffen, gibt es nicht in ein oder zwei Jahre einen neuen Versuch, sondern vielleicht in zehn Jahren, vielleicht auch gar nie», schreiben die Initianten in einem Newsletter. So lange könne man nicht warten.

«Durch den CBD-Boom glauben jetzt viele, dass eine Legalisierung von Hanf mit hohem THC-Gehalt automatisch kommt», sagt Nino Forrer, Sprecher von Legalize It, zu 20 Minuten. Dies sei ein Trugschluss, denn von allein passiere nichts. Trotzdem glaubt er, dass das stockende Crowdfunding noch zu einem Abschluss gebracht werden kann. «Wir sind zuversichtlich, im April 2018 mit der Sammlung beginnen zu können.»

Da die Initianten nur «ideelle, keine finanzielle Unterstützung von Parteien» erhalten, sind sie auf ihre eigene Sammelaktion angewiesen. «Nach dem Scheitern der Hanf-Initiative 2008 sind die Parteien zurückhaltend geworden», sagt Forrer. Damals kämpfte ein überparteiliches Komitee, in dem auch Bürgerliche wie der ehemalige SVP-Ständerat This Jenny oder Nationalrätin Christa Markwalder (FDP) sassen, für eine Legalisierung.

Gegner warnen vor hochgezüchtetem THC-Hanf

Forrer sieht aber auch Potential im CBD-Hype für seine Initiative, auch wenn einige nun dächten, die Ausweitung der Legalisierung auf THC sei nur noch eine Frage der Zeit. «Mit den CBD-Shops konnte der Bevölkerung erstmals konkret aufgezeigt werden, wie problemlos der Markt funktioniert und dass so insbesondere der Jugendschutz umgesetzt werden kann.»

Während die Hanffreunde auf den CBD-Effekt hoffen, sehen die Gegner einer Legalisierung des THC-Hanfs hinter dieser «Lobpreisung des CBD-Hanfs» ein «weiterer Propaganda-Schachzug auf dem Weg zu einer verantwortungslosen Legalisierung des ‹echten› Cannabis mit bis zu 25 Prozent THC-Gehalt», schreibt der Verein Jugend ohne Drogen in einem aktuellen Newsletter. Besonders bei jungen Menschen könne regelmässiger Konsum zu grossen Schwierigkeiten etwa in der Schule führen.

Um der Kritik des Jugendschutzes vorzubeugen, hat der Verein Legalize It seine Schlüsse aus der Legalisierungsinitiative von 2008 gezogen. Während diese das Kiffen auch für Minderjährige erlauben wollte, will Legalize It das Gras nur für Erwachsene freigeben. Zudem erlaubt er dem Bund, auf den Verkauf von Cannabis Steuern zu erheben.

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