Aktualisiert 02.11.2011 09:48

Hersiwil SO

Hanf-Prozession zu Allerheiligen

Kleiner Triumph im Hersiwiler Hanf-Streit: Mit seinem Cannabis-Transport hielt Bauer Christian Steiner die Polizei an Allerheiligen auf Trab.

von
Patrick Marbach
Die Solothurner Polizei eskortierte die Traktor-Gespanne danach 70 km weit bis ins Seeland. Foto: alessandro meocci

Die Solothurner Polizei eskortierte die Traktor-Gespanne danach 70 km weit bis ins Seeland. Foto: alessandro meocci

Es war eine merkwürdige Prozession, die gestern zu Allerheiligen aus dem Solothurnischen ins Seeland zog: Im Schneckentempo eskortierten Polizei und Securitas zwei Traktorgespanne, die bis oben mit Hanf beladen waren. «Das Obergericht hat entschieden, dass ich meine Ernte so zur Trocknungs­anlage bringen darf, damit nichts verfault», erklärt Christian Steiner. Als letzter Hanfbauer leistet er Widerstand gegen das frisch revidierte Betäubungsmittelgesetz und kämpft bis vor Bundesgericht gegen den neuen THC-Grenzwert von 1 Prozent. Der Gehalt von Steiners Pflanzen lag bei einzelnen Messungen leicht darüber. Zuletzt war es deswegen zu einem bösen Knatsch mit der Polizei gekommen. Diese hinderte Steiner an der Ernte, bis sichergestellt war, dass kein einziges Blütchen verschwinden würde.

So durfte der Hanf-Konvoi am Dienstag nur unter strenger Bewachung los­rollen. «All das erfordert einmal mehr grosse polizeiliche Ressourcen in organisatorischer, zeitlicher, personeller und logistischer Hinsicht», opponierte der zuständige Staatsanwalt vergeblich gegen den Transport. Nach dem Trocknen wird die Ernte staatlich verwahrt, bis ein abschliessendes Gerichtsurteil vorliegt.

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