Hanf-Apotheke in Basel: «Hanf taugt zu viel mehr als nur zum Kiffen»
Aktualisiert

Hanf-Apotheke in Basel«Hanf taugt zu viel mehr als nur zum Kiffen»

Drogen gibt es in der ersten Basler Hanf-Apotheke keine zu kaufen. Dafür soll ein breites Angebot an Lifestyle-Produkten Cannabis-Anhänger in den Laden locken.

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Die Hanftheke liefert seit ein paar Tagen per Kurier.

Die Hanftheke liefert seit ein paar Tagen per Kurier.

jd
Das ehemalige Team bei der Eröffnung im Oktober.

Das ehemalige Team bei der Eröffnung im Oktober.

20 Minuten/las
Damals hiess der Shop noch Hanfapotheke.

Damals hiess der Shop noch Hanfapotheke.

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In Basel hat am Dienstag die erste Hanf-Apotheke der Stadt ihre Tore geöffnet. Sie ist nach der in Bern erst die zweite in der Schweiz. Die Betreiber Ylmaz Simsir und Volkan Kaymaz wollen mit ihrem Hanf-Laden in der Güterstrasse 185 auf der Welle der Popularität mitreiten, der sich Hanf-Produkte zunehmend erfreuen.

Wie die «BZ Basel» am Dienstag schreibt, sorge die Legalisierung von Cannabis in den USA bereits für Milliardenumsätze. Zudem sei die Liberalisierung in mehreren Schweizer Kantonen, darunter auch in Basel-Stadt, ein Thema.

Sauberes Auftreten

Die Apotheke will sich in zweierlei Hinsicht als sauberes Geschäft präsentieren: Einerseits setze man statt dem alternativen «Schmuddel-Look» auf klinische Sauberkeit. Andererseits gibt es nichts zu kaufen, was in der Schweiz nicht legal wäre. Die breite Produktpalette von Spaghetti über ätherische Öle und von Hanfblüten bis zu Kosmetika enthält weniger als 1 Prozent THC.

«Es handelt sich um Industriehanf-Sorten, die speziell auf einen hohen Gehalt an Cannabidiol gezüchtet wurden. Dieser nicht psychoaktive Wirkstoff ist in der Schweiz absolut legal», so Kaymaz.

«Wir sind ein Lifestyle-Laden»

Jahrelange Leidenschaft für die Pflanze habe die beiden Unternehmer dazu bewogen, sich ausgiebig mit ihr zu beschäftigen. Nun wollen sie die Produkte der Bevölkerung näher bringen. «Vor zehn Jahren wäre das nicht möglich gewesen. Nun da die Dämonisierung von Hanf schwindet, gibt es andere Möglichkeiten», konstatiert Kaymaz. Er glaubt an das gesundheitsfördernde Potenzial der Pflanze – «Hanf taugt schliesslich zu viel mehr als nur zum Kiffen.»

«Wir sind heute ein Lifestyle-Laden», erklärt Simsir. Medizinische Produkte gebe es bei ihnen noch nicht zu kaufen. Mittelfristig sei dies jedoch das Ziel. Deshalb würden sie auch von Apotheker Samuel Büechi unterstützt. Die bewilligungspflichtige Nutzung des Begriffs Apotheke habe man vorgängig rechtlich abklären lassen.

Konsumentenschutz dank Legalisierung?

Dem Cannabis-Konsum gegenüber sind die Hanf-Apotheker durchaus positiv eingestellt. «Wir sind für eine Öffnung des Marktes. Dieser sollte wie Alkohol und Tabak reguliert sein», sagt Simsir. Denn bei illegal erworbenem Gras wisse man nie, was drin sei. Gesetzliche Auflagen könnten hier Abhilfe schaffen und die Konsumenten schützen.

«Auch die Jugend kann so besser geschützt werden», fügt Kaymaz an. Denn ein legaler und regulierter Verkauf würde den Schwarzmarkt austrocknen und zudem noch Steuereinnahmen generieren. Ihre eigene Rolle sehen Simsir und Kaymaz dabei auch in der Aufklärung über den Rohstoff Cannabis.

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