Polizisten als Kunden: Hanfkönig soll 7,5 Mio Fr umgesetzt haben
Aktualisiert

Polizisten als KundenHanfkönig soll 7,5 Mio Fr umgesetzt haben

Gestern stand ein Hanfladenbesitzer und Hanfproduzent vor dem Kriminalgericht: Er soll Hanf im Wert von 7,5 Millionen Franken verkauft haben.

von
Lena Berger
Bei der Grossaktion Greenfire wurden 2004 in Luzern mehrere Hanfläden dicht gemacht. Foto: luzerner polizei

Bei der Grossaktion Greenfire wurden 2004 in Luzern mehrere Hanfläden dicht gemacht. Foto: luzerner polizei

Während der beispiellosen Aktion Greenfire räumte die Polizei 2004 über zehn Hanfläden und Indooranlagen im Raum Luzern. Dabei erwischten sie auch Peter F.* (37), der ab 2000 als Mitbesitzer mehrerer Hanfläden und Indoor-Hanfplantagen über vier Jahre 750 Kilogramm Hanfblüten in Form von Duftsäckchen verkauft haben soll. «Es handelt sich um den grössten Fall der Aktion – und der Beschuldigte spielte darin zweifellos eine tragende Rolle», so der Staatsanwalt gestern vor Gericht. Zudem soll der Schweizer, der während der Verhandlung mehrfach als Hanfkönig Luzerns bezeichnet wurde, 400 000 Franken beiseite geschafft haben. Die Anklage fordert 5 1/2 Jahre Gefängnis sowie eine Geldstrafe.

Völlig daneben findet das die Verteidigung. «Mein Mandant hat nach einem Raubüberfall auf seinen Laden 2001 die Polizei gerufen, um Spuren zu sichern – das hätte er kaum getan, wenn er geglaubt hätte, etwas Unrechtes zu tun», so Anwalt Beat Gachnang. Damals habe ein anderer politischer Zeitgeist geherrscht – F. sei davon ausgegangen, dass die Polizei den Hanfhandel dulde, wo er ihn doch jahrelang offen betrieben und auch Polizisten zu seinen Kunden gezählt hätten. Geld sei keines unterschlagen worden – F. habe die ganze Zeit über sehr bescheiden gelebt. Er fordert eine bedingte 19-monatige Freiheitsstrafe.

Der Beschuldigte zeigte sich gestern reuig. «Ich handelte in der Überzeugung, dass dieser Geschäftszweig bald gesellschaftlich anerkannt würde.» Das Urteil steht noch aus.

*Name der Redaktion geändert

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