Brand: Hanfplantage bei Grossbrand gefunden
Aktualisiert

BrandHanfplantage bei Grossbrand gefunden

Bei einem Grossbrand in Teufen hat die Feuerwehr heute morgen zwei Indoor-Hanfplantagen entdeckt. Während an der Scheune Totalschaden entstand, blieben die Pflänzchen fast unversehrt.

von
Simon Städeli
An der Scheuer entstand durch den Brand Totalschaden. Die Hanfplantage im Keller blieb aber wie durch ein Wunder unversehrt.

An der Scheuer entstand durch den Brand Totalschaden. Die Hanfplantage im Keller blieb aber wie durch ein Wunder unversehrt.

Um 08.25 Uhr meldete sich ein Autofahrer bei der Feuerwehr Teufen. Im abgelegenen Weiler Löchli gingen Flammen aus einem Haus hoch. Die Feuerwehr rückte darauf mit einem Grossaufgebot aus und stufte den Brand in der höchsten Alarmstufe ein. Das heisst: Alle Feuerwehren aus der Region werden zur Unterstützung aufgeboten. So kämpften rund 110 Feuerwehrmänner vereint gegen die Flammen. Der Einsatz gestaltete sich trotz Grossaufgebot schwer, denn es musste ein Kilometer Schlauch verlegt werden, um Löschwasser zu dem abgelegenen Haus zu pumpen. Währenddessen konnte sich das Feuer weiter ausbreiten.

Ungewöhnliche Entdeckung

Als die Einsatzkräfte mit Atemschutzmasken ins Gebäude einstiegen, machten sie eine ungewöhnliche Entdeckung: «Im Erdgeschoss und im Keller entdeckten die Einsatzkräfte professionell geführte Indoor-Hanfplantagen», so der Ausserrhoder Kapo-Sprecher, Willi Moesch. Um Beweismaterial sicherzustellen, fotografierte die Polizei die Hanfpflanzen. Die Plantage im Erdgeschoss wurde durch den Brand leicht zerstört – die Pflänzchen im Keller blieben unversehrt.

Um wieviel Hanfpflanzen es sich handelt, kann die Kapo noch nicht sagen: «Das ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Pflanzen werden jetzt beschlagnahmt, anschliessend gezählt und am Schluss vernichtet», so Moesch. Die Plantage gehöre aber sicher zu den grösseren Funden im Kanton.

Feuer gelöscht

Um 11 Uhr gab die Einsatzleitung Entwarnung. «Für so einen grossen Brand hatten wir das Feuer schnell unter Kontrolle. Das ganze Einsatzteam hat eine gute Leistung gezeigt», sagt Manfred Guidolin, Kommandant der Feuerwehr Gais. Er ist mit dem ersten Grosseinsatz seit vier Jahren zufrieden. Trotzdem ist die Scheune völlig zerstört. Die Kantonspolizei rechnet mit einem Schaden von rund 300'000 Franken.

Bewohner erscheinen während Brand

Als die Feuerwehr mitten im Einsatz stand, erschienen die zwei Bewohner des Wohnhauses. Auf sie wird nun viel zukommen. Sie müssen sich wegen des Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Wie die Kapo mitteilt, handelt es sich bei den zwei betroffenen Männer um einen 31-jährigen und einen 35-jährigen Schweizer. Wie ein Mann aus Teufen erklärt, wohnen die beiden erst seit einem knappen Jahr im Dorf. Dass Hanfpflanzen im Haus gefunden wurden, wundert ihn nicht sonderlich: «Der Eine hat auf mich oft einen bekifften Eindruck gemacht», so der Mann.

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