Angst vor «Ike» wächst: «Hanna» bereits tödlicher als «Gustav»
Aktualisiert

Angst vor «Ike» wächst«Hanna» bereits tödlicher als «Gustav»

Der Hurrikan «Hanna» hat in Haiti fast 140 Menschenleben gekostet. Und die Menschen in der Karibik kommen nicht zur Ruhe: Am Wochenende wird der Tropensturm «Ike» in der Region erwartet.

Auf dem Weg über den Atlantik schwächte sich «Ike» zwar leicht ab, blieb am Freitag aber ein sehr gefährlicher Sturm der Kategorie 4 auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala. Wohin «Ike» genau ziehen werde, sei noch offen, teilte das Hurrikan-Zentrum in Miami mit. Auf den Bahamas verrammelten Ladenbesitzer trotzdem ihre Geschäfte.

In Haiti stieg die Zahl der Todesopfer durch «Hanna» unterdessen auf 136. Vor allem der Norden des Landes wurde schwer verwüstet. Rund 10 000 Menschen in der Umgebung der überschwemmten Küstenstadt Gonaïves verloren ihr Obdach. «Gustav» hatte rund 100 Opfer gefordert.

Senator Yuri Latortue sagte, rund zwei Drittel der 300 000 Einwohner von Gonaïves hätten seit drei Tagen nichts zu essen bekommen. Hungernde überfielen laut Zivilschutz Lebensmitteltransporte der Vereinten Nationen.

Ernte vernichtet

Durch «Hanna» wurde in dem bitterarmen Haiti ein Grossteil der Ernte vernichtet. Präsident René Préval nannte die Situation katastrophal und verglich sie mit der Flut im September 2004, bei der mehr als 3000 Menschen ums Leben kamen.

Die haitianische Regierung beantragte bei den Vereinten Nationen offiziell Nothilfe, wie das UNO-Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in Genf mitteilte. Die Schweiz hatte bereits am Donnerstag Soforthilfen in Höhe von 1,15 Millionen Franken gesprochen.

«Hanna» hatte den Norden Haitis mit sintflutartigen Regenfällen heimgesucht, als das verarmte Land gerade mit Aufräumarbeiten nach Hurrikan «Gustav» im Süden begann. Die Karibik wird seit Wochen von schweren Wirbelstürmen heimgesucht. Insgesamt haben «Hanna» und «Gustav» in Haiti mindestens 160 Menschen das Leben gekostet.

Vorkehrungen auf den Bahamas

Nach Haiti bewegte sich «Hanna» auf die Bahamas zu. Nach Angaben des US-Hurrikan-Zentrums könnte sich der zeitweise abgeschwächte Tropensturm wieder zu einem Hurrikan aufbauen. Auf den Bahamas wurden Notunterkünfte aufgebaut. Die Spitäler trafen Vorkehrungen, um während des Sturms uneingeschränkt arbeiten zu können.

In den US-Bundesstaaten North Carolina und Virginia wurde in Erwartung von «Hanna» der Notstand ausgerufen. In South Carolina forderte Gouverneur Mark Sanford die Bewohner in zwei Bezirken auf, das Gebiet freiwillig zu verlassen. (sda)

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