Aktualisiert 20.02.2011 13:14

Kult-ReporterHans Jucker ist tot

Sportreporter-Legende Hans Jucker stirbt kurz nach seinem Abschied vom Schweizer Fernsehen.

von
fox/rub

Vor nicht ganz einem Monat verabschiedete sich Hans Jucker nach 46 Jahren als Sportreporter von der Öffentlichkeit. Am 30. Januar hatte er seinen letzten Einsatz beim CSI in Zürich. Heute muss das SF eine Meldung von «Tele Züri» bestätigen: «Wenige Tage nach seiner Pensionierung ist Kommentatoren-Legende Hans Jucker im Alter von 65 Jahren überraschend verstorben.» Ein Herzinfarkt war der Grund für das plötzliche Ende.

Jucker hatte für das Schweizer Fernsehen vor allem Radsport, Reiten und Boxen kommentiert. Bei 13 Olympischen Spielen (Sarajewo 1984 bis Peking 2008) stand er als Kommentator im Einsatz. In den 1980er- und 1990er-Jahren war er auch die Fernsehstimme bei zahlreichen Frauen-Skirennen. Der Mann mit der markanten Stimme hatte 1965 seinen Einstand als freier Mitarbeiter beim Schweizer Fernsehen gegeben. «Ich musste bei einem Test mein Sportwissen unter Beweis stellen und ein Filmli kommentieren», sagte er Anfang Januar noch dem «SonntagsBlick». Und zwei Tage später habe er den Auftrag erhalten, vom Björnstad-Gedenklauf zu berichten. «Ich hatte vom Langlauf keine Ahnung», gestand Jucker dem «SonntagsBlick». Und weil er den Zieleinlauf prompt verpasste, bat er den Sieger, den Schlussspurt nochmals für ihn und den Kameramann zu wiederholen.

Am Freitag noch im TV

Jucker war auch Präsident der Zürcher Sportjournalisten, was er laut seinem jahrelangen Arbeitskollegen Sepp Renggli souverän gemanaged habe. Für kurze Zeit amtierte er als Präsident der Schweizer Sportjournalisten. «Hans war ein sehr professioneller Journalist. Er war immer gut dokumentiert», sagt Renggli.

Am Freitag war Jucker noch Gast bei der Sendung «Lifestyle» von «Tele Züri». Dort sprach er von seinen Plänen für die Zukunft: «Ich gehe erst mit dem FC Affoltern am Albis ins Trainingslager nach Valencia, im April will ich eine Kreuzfahrt machen. Jetzt habe ich endlich Zeit für solche Dinge.»

Legendäre Kommentare

Neben seiner Journalisten-Tätigkeit war Hans Jucker als Fussballschiedsrichter beim FC Affoltern und zeitweise als Juniorentrainer aktiv. Er arbeitete auch immer als Treuhänder. Diesen Beruf hatte er ursprünglich gelernt. Sepp Renggli: «Ich habe am Freitag einen Brief an Hans geschickt. Er hat meine Steuererklärung gemacht.»

Juckers legendäre Aussprüche wie «jetzt chömed ja zerscht na die Schiiss-Ponys» oder «und wieder ein Fehlstart. Das regt mi uf, die dumme huerä Ruederer», bleiben ebenso unvergessen, wie die Kommentare bei der Ski-WM als die Exoten sich gegenseitig überholten.

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(Quelle: SF) (fox/rub/sda)

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