Aktualisiert

Melander FischfarmHans Raab gibt nicht auf

Fischzüchter Hans Raab kämpft weiter für seine Melander-Fischfarm. Ein deutscher Experte hat gestern, Mittwoch, die Aufzucht der Welse beurteilt. Raab fehlt aber noch eine Bewilligung zur Wildtierhaltung.

von
Marlene Kovacs
Der Fischtechnologe Prof. Jörg Oehlenschläger (rechts) stellte der Melander Fischfarm von Hans Raab ein sehr gutes Zeugnis aus.

Der Fischtechnologe Prof. Jörg Oehlenschläger (rechts) stellte der Melander Fischfarm von Hans Raab ein sehr gutes Zeugnis aus.

Unternehmer Hans Raab gibt den Kampf um die Melander-Fischfarm und seine Tötungsmethode nicht auf: Deshalb holte er am Mittwoch einen deutschen Fischtechnologen nach Oberriet, der seine Farm beurteilen sollte. Und der Experte, der bereits vor einem Jahr vom Kanton aus ein Gutachten zur Tötungsmethode angefertigt hat, stellte der Melander-Farm gute Noten aus. «In ganz Europa gibt es keine Anlage in dieser Dimension. Den Fischen geht es hier hervorragend», so der Hamburger Professor Jörg Oehlenschläger. Auch zur umstrittenen Tötungsmethode nahm der Fischtechnologe eindeutig Stellung. «Die Methode von Herrn Raab entspricht absolut dem Tierschutzgedanken. Alle anderen Tötungsarten, die in der Schweiz möglich wären, funktionieren beim Melander Wels einfach nicht», so Oehlenschläger.

Für Hans Raab ist die Beurteilung des Experten eine Bestätigung. «Wir kannten uns vorher nicht. Jetzt weiss ich wirklich, dass ich nichts falsch gemacht habe», so Raab. Man werde nun den Bericht von Oehlschläger den zuständigen Behörden vorlegen. «Gleichzeitig werden wir uns dafür einsetzen, dass die Tötungsmethode vom Bundesveterinäramt zugelassen wird», so Raabs Rechtsanwalt Hansjürgen Tuengerthal. Die Melander Welse sind nämlich in ein paar Monaten bereits schlachtreif.

Fehlende Wildtierhaltebewilligung

Damit Raab aber überhaupt weitermachen kann, muss er allerdings bis zum 15. Februar mehrere Unterlagen beim Veterinäramt einreichen. Falls dies nicht passiert, werden die Fische vom Amt für Gesundheits- und Verbraucherschutz nötigenfalls getötet.

Denn Raab fehlt laut einem Schreiben des Amtes eine Wildtierhaltebewilligung. «Erst wenn wir eine Bestätigung haben, dass Raab Kontakt mit Anbietern von tierschutzkonformen Betäubungsanlagen aufgenommen hat, bekommt er eine provisorische Bewilligung», so Kantonstierarzt Thomas Giger. Für eine definitive Wildtierhaltebewilligung müsse Raab eine andere Tötungsmethode anwenden und einen «Fischwirt» anstellen, der die Firma in Zukunft leitet. «Er selbst kann das nicht mehr, weil er nicht über eine in der Tierschutzverordnung vorgeschriebene Ausbildung verfügt und gesundheitlich stark angeschlagen ist», sagt Giger.

Für Raab und seinen Anwalt ist dies unverständlich: «Er hat die Fischfarm selbst konzipiert. Wer soll sie also besser führen können als er. Ausserdem besitzt er genügend Kenntnisse, um den Betrieb zu leiten», so Tuengerthal. «Die Genehmigung hatte ich doch bereits. Ich verstehe nicht, warum ich jetzt wieder eine neue brauche», sagt Raab.

Konkursverfahren hängig

Das Konkursverfahren gegen Raab läuft derzeit noch. Wie es diesbezüglich weitergeht, bleibt derzeit offen. «Die Beteiligten werden aber in den nächsten Tagen über die weiteren Schritte informiert», so Urs Benz, Leiter des Konkursamtes des Kantons St. Gallen.

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