Aktualisiert 30.08.2015 10:10

StillschweigeabkommenHansjörg Wyss' Ex kommt mit Geldzahlung davon

Jackie Long, Ex-Freundin des Berner Milliardärs Hansjörg Wyss, muss nicht ins Gefängnis. Sie wurde in Philadelphia zu Geldzahlungen in unbekannter Höhe verknurrt.

von
nel
Der Berner Hansjörg Wyss ist Kunst-Mäzen und Milliardär.

Der Berner Hansjörg Wyss ist Kunst-Mäzen und Milliardär.

Die frühere Mitarbeiterin und Freundin des Berner Milliardärs und Kunst-Mäzen Hansjörg Wyss kommt mit einem blauen Auge davon: Die zuständige Richterin im Streitfall mit Wyss verdonnerte Long am Freitag nur zu Geldzahlungen, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.

Long hatte entgegen einem geschlossenen Stillschweigeabkommen öffentlich gemacht, dass der 79-jährige Wyss sie angeblich sexuell drangsaliert habe. «Er griff mich sexuell an– ich schrie, um ihn zu stoppen», zitiert das US-amerikanische Magazin «The Daily Caller» aus der Anzeige, die Long 2011 bei der Polizei einreichte. Weiter stand in der Anzeige, er habe sie «fast erstickt, indem er die Faust in meinen Mund drückte. Ich kämpfte und stiess ihn zurück. ich dachte, er wolle mich töten.»

Long akzeptiert Entscheid

Long war von der Richterin Jacqueline Allen bereits im Juli der Missachtung des Gerichts für schuldig gesprochen worden. Nun entschied sich die Richterin für eine Strafe ohne Freiheitsentzug. Die Anwälte von Wyss hatten eine Reihe von Sanktionen vorgeschlagen, darunter auch, Long in Beugehaft zu nehmen.

Die Öffentlichkeit war von den Beratungen im Gerichtssaal ausgeschlossen. Jackie Longs Anwalt John O'Riordan äusserte sich positiv über den Verhandlungsausgang: «Die Richterin war sehr fair und unparteiisch», sagte er. «Wir werden ihre Entscheidung respektieren.»

Die richterliche Entscheidung wird wahrscheinlich am Montag veröffentlicht. Es ist möglich, dass Long in Raten die gesamten 1,5 Millionen Dollar zurückzahlen muss, die ihr Wyss für ihr Stillschweigen gezahlt hatte.

Engagement für Kunst und Politik

Hansjörg Wyss wurde in Bern geboren und machte sein Geld vor allem mit dem Implantat-Konzern Synthes. Sein Vermögen wird von der Bilanz derzeit auf 12,5 Milliarden Franken geschätzt.

Wyss tritt als Kunst-Mäzen auf und schenkte etwa dem Atelierhaus Progr 2 Millionen Franken für den Kauf des Gebäudes, weiter ist er Mitglied des Stiftungsrates. Wyss engagiert sich zudem politisch, etwa als Gründungsmitglied von «Vorteil Schweiz».

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