Stress beim Zügeln: Happige Busse wegen leerer Autobatterie
Aktualisiert

Stress beim ZügelnHappige Busse wegen leerer Autobatterie

Weil die Batterie leer war, musste M. L. den Zügelwagen zwei Stunden auf einem Trottoir im Zürcher Kreis 4 stehen lassen. Das kommt den 28-Jährigen jetzt teuer zu stehen.

von
Roman Hodel

Eigentlich könnte sich M. L. (Name der Redaktion bekannt) an seiner neuen Wohnung im Kreis 4 erfreuen, in die er kürzlich gezogen ist. Doch als der 28-Jährige letzte Woche Post vom Stadtrichteramt Zürich bekam, traf ihn fast der Schlag: 635 Franken Busse muss er bezahlen.

Der Grund: Er hatte an einem Donnerstagnachmittag im Oktober den Zügelwagen nach dem Ausladen noch etwa zwei Stunden auf dem Trottoir an der Herdern­strasse stehen gelassen. «Was hätte ich sonst tun sollen? Die Batterie des Fahrzeugs war leer», sagt M. L. Als er für das Überbrücken zusammen mit einer Pannenhilfe zum Wagen zurückgekehrt sei, habe bereits ein Bussenzettel an der Frontscheibe geklebt. «635 Franken – das ist absoluter Wucher.»

Laut Stadtrichter Basil Müller ist alles mit rechten Dingen zugegangen: «Wegen des Zügelwagens konnten die Fussgänger das Trottoir nicht mehr benützen, deshalb fällt die Busse ähnlich hoch aus wie beim Überfahren eines Rotlichts.» Die 635 Franken setzen sich zusammen aus 250 Franken Bussgeld, 260 Franken Spruchgebühren, 25 Franken Schreibgebühren und 100 Franken zusätzlichen Gebühren für die laut Müller in diesem Fall «speziell aufwändige Zustellung».

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