Wettbewerbskommission: Happige Bussen für «Stromer-Kartell»
Aktualisiert

WettbewerbskommissionHappige Bussen für «Stromer-Kartell»

Acht Elektroinstallateure aus dem Raum Bern sind wegen unzulässiger Absprachen von der Wettbewerbskommission (Weko) mit insgesamt 1,24 Millionen Franken gebüsst worden. Es ist das erste Mal, dass die Weko Mitglieder eines Submissionskartells unter Auferlegung von Geldbussen verurteilt.

Die betroffenen Unternehmen bildeten zwischen 2006 und 2008 Submissionskartelle, indem sie sich abwechslungsweise öffentliche und private Projekte für elektrische Installationen zuteilten, wie die Weko am Dienstag mitteilte. Die Betriebe hätten Informationen über Preise ausgetauscht und aufeinander abgestimmte Offerten eingereicht. Die Weko bezeichnete diese wiederholten Beschränkungen als «harte Kartelle», die als schwere Verstösse gegen das Kartellgesetz angesehen würden.

Die Geldstrafen belaufen sich auf insgesamt über 1,24 Millionen Franken und wurden aufgrund des Umsatzes der einzelnen Unternehmen auf den relevanten Märkten, der Schwere und Dauer der Wettbewerbsbeschränkung sowie der Umstände des Falles berechnet. Hinzu kam die Reduktion für diejenigen Unternehmen, die von der Kronzeugenregelung profitierten. Diese sieht eine Minderung oder Befreiung der Strafe vor, wenn die an einem Kartell beteiligten Unternehmen zur Aufdeckung der Wettbewerbsbeschränkung beitragen. Laut Weko haben in diesem Fall sämtliche Betriebe diese Bonusregelung beantragt und ihr Verhalten umgehend eingestellt. Zudem sei berücksichtigt worden, dass die fehlbaren Firmen während der ganzen Untersuchung kooperiert und eine einvernehmliche Regelung getroffen hätten.

Zu den gebüssten Unternehmen gehören Tochterfirmen der Stromkonzerne Alpiq und BKW und die Stadtberner Energie Wasser Bern (EWB). Die höchste Busse kassierte die Firma Scherler AG in Bern mit knapp 400 000 Franken. Der Firma Gfeller Elektro AG wurde die Sanktion erlassen, weil sie als erste die Kronzeugenregelung beantragte.

Ähnliche Untersuchungen sind zurzeit im Gang. Die Wettbewerbshüter sind laut der Mitteilung entschlossen, derartige Abreden verstärkt zu bekämpfen, weil sie der Wirtschaft und dem Gemeinwesen wesentliche Schäden verursachten. Die Weko arbeitet zudem mit den Kantonen zusammen, um diese für die Problematik zu sensibilisieren und von Synergien zu profitieren. (dapd)

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