Happige Vorwürfe gegen Uni Zürich
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Happige Vorwürfe gegen Uni Zürich

Harte Worte gegen die Leitung der Universität Zürich: Amtsmissbrauch, Betrug, Vertuschung von wissenschaftlichem Fehlverhalten, Misswirtschaft sowie Mobbing. Im Zürcher Kantonsrat sind am Montag happige Vorwürfe geäussert worden.

An der Universität Zürich gebe es kein institutionalisiertes und kompetentes Konflikmanagement, sagte der Sprecher der SP in der Debatte über eine Interpellation zur Universitätsführung. Konflikte würden nicht aufgearbeitet, geschweige denn Fehler eingestanden.

Seine Kritik veranschaulichte er mit acht Beispielen aus der Medizinischen Fakultät. Dazu gehören die Unregelmässigkeiten bei einer Hautkrebs-Studie am Dermatologischen Institut, die Konflikte um den Führungsstil des Chef der Onkologie sowie die Querelen um die Nachfolge von Marko Turina an der Spitze der Herzchirurgie.

Einsetzung einer PUK verlangt

Ausserdem erwähnte er den Fall einer zu Unrecht entlassenen und nicht rehabilitierten Theologieprofessorin. All diese Vorkommnisse müssten von einer unabhängigen Kommission untersucht werden, sagte der SP-Sprecher. Und die Sprecherin der Grünen forderte gar die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK).

Eine PUK müsse ernsthaft geprüft werden, erklärte der Sprecher der FDP und äusserte harte Kritik. An der Universität Zürich gebe es Amtsmissbrauch, Betrug, Vertuschung von wissenschaftlichem Fehlverhalten, Misswirtschaft sowie Mobbing. Die Entscheidungs- und Führungsstrukturen der Universität müssten durchleuchtet werden.

Deutliche Kritik äusserte auch der Sprecher der SVP am Beispiel der jüngsten Streitigkeiten am Veterinärmedizinischen Institut. Insbesondere kritisierte er die Information und Kommunikation. Dabei werde die Unileitung von der Bildungsdirektion gedeckt.

Kehrseite der Verselbständigung

Dagegen hielten sich CVP und EVP mit Kritik zurück. Die Universität Zürich befinde sich in einer Umbruchsphase, sagte der EVP-Sprecher. Erst in ein paar Jahren könne eine Bilanz gezogen werden.

Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) zeigte sich erstaunt über die Heftigkeit der Vorwürfe an die Leitung der Universität Zürich. Bei jeder Kritik müsse das Augenmass gewahrt werden. Zudem gebe es keine Vorkomnisse, welche die Einsetzung einer PUK rechtfertigten.

Dass im Zuge der Verselbstständigung der Universität Schwierigkeiten auftauchen, ist laut Aeppli zu vermeiden. Und dass es in einem Grossbetrieb wie der Uni hin und wieder personelle Konflikte gebe, sei normal, erklärte die Bildungsdirektorin. (sda)

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