Basel: «Happiges Urteil» für Basler Vandalen
Aktualisiert

Basel«Happiges Urteil» für Basler Vandalen

Ein inzwischen 30-jähriger Zürcher, der vor acht Jahren an einem Saubannerzug in Basel teilgenommen hatte, muss 18 Monate absitzen.

von
sis
Im Mai 2010 montierten vermummte Personen ein Banner an einem UBS-Gebäude.

Im Mai 2010 montierten vermummte Personen ein Banner an einem UBS-Gebäude.

Keystone

Acht Jahre nach dem verheerenden Saubannerzug durch die Basler Einkaufstrasse Freie Strasse wurden nun zwei Urteile gesprochen. Ein heute 30-jähriger Zürcher muss 18 Monate für seine Taten absitzen. Das Basler Appellationsgericht bestätigte am Freitag ein erstinstanzliches Urteil. Der Mann schwieg vor Gericht.

Beim Saubannerzug im Mai 2010 wurde grosser Sachschaden verursacht. Die Mittäterschaft konnte dem Mann bewiesen werden, weil seine DNA an weggeworfenen Objekten festgestellt wurde.

Beurteilt wurde auch ein weiterer Fall, der sich 2013 in Zürich ereignet hatte. Dort soll der Angeklagte einen Zivilpolizisten angegriffen und damit die Festnahme eines Kollegen verhindert haben.

«Happiges Urteil»

Der Angeklagt wurde verurteilt wegen qualifizierter Sachbeschädigung, Gewalt gegen Beamte und Landfriedensbruch. Die Gerichtspräsidentin sagte, die Strafe sei «happig», ergebe sich aber aus den zwei Vorfällen. An beiden Demonstrationen sei grosse Gewalt ausgeübt und erheblicher Schaden angerichtet worden.

Ein bedingter Vollzug sei für das Gericht nicht in Frage gekommen, sagte die Präsidentin weiter. Für den Angeklagten gebe es eine schlechte Prognose; er soll 2016 erneut an einem schadenreichen Saubannerzug in Basel teilgenommen haben. Dieses Verfahren ist noch hängig.

Grosse Rückfallgefahr

Zudem habe sich der Angeklagte, der vor Gericht vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte, nicht von der Szene distanziert, sagte die Präsidentin weiter. Der Mann weigerte sich auch, für die Urteilsverkündung aufzustehen.

Die Staatsanwältin hatte die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils verlangt. Es bestehe eine grosse Rückfallgefahr. Der Mann habe aus «ideologisch motivierten Überzeugungen» und aus «Hass auf den Staat und den Kapitalismus» gehandelt.

Der Verteidiger forderte Freispruch «in dubio pro reo». Die Mittäterschaft des Angeklagten sei nicht bewiesen. Die unbedingte Freiheitsstrafe sei für den 30-Jährigen ein tiefer Einschnitt in sein jetziges Leben. (sis/sda)

Deine Meinung