Happy Birthday, «Barbarella»!
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Happy Birthday, «Barbarella»!

Jane Fonda - Weltraum-Sexbombe, Polit-Aktivistin und Fitness-Queen
- feierte ihren 70. Geburtstag. Zu alt für erotische Szenen in einem Kinofilm findet sie sich aber nicht ...

Weder die Schönheit noch den politischen Kampf hat sie ad acta gelegt: sie modelt für eine Kosmetikfirma und geht bei Bedarf auf die Strasse.

Sogar nackte Haut würde die einstige Weltall-Sexbombe «Barbarella» noch zeigen: «Ich möchte einen erotischen Film über eine Frau machen, die über 70 ist», sagte die Schauspielerin unlängst der US-Zeitung «USA Today».

Auch für die Protestler-Rolle ist sich die frühere Vietnam-Aktivistin nicht zu schade. Mit Zehntausenden Irakkrieg-Gegnern demonstrierte sie Ende Januar in Washington gegen die Kriegspolitik der Regierung.

Film-Comeback

Dreimal liess sie sich scheiden, doch die Verehrer gehen ihr nicht aus. Ihr neuer Freund, der New Yorker Geschäftsmann Lynden Gillis (73), war beispielsweise dabei, als im Mai in New York ihr neuester Film «Georgia Rule» uraufgeführt wurde. Darin heizt sie als strikte Grossmutter ihrer rebellischen Enkelin (Lindsay Lohan) ein.

Zwei Jahre zuvor machte sie in der Komödie «Monster-in-Law» ihrer zukünftigen Schwiegertochter (Jennifer Lopez) das Leben schwer. Davor hatte die Schauspielerin in Hollywood fünfzehn Jahre pausiert.

Vadim-Blondchen

Jane Fonda war 12 Jahre alt, als ihre Mutter Selbstmord beging. Sie wuchs bei der Grossmutter im US-Staat Connecticut auf. Die Schauspielerei liegt ihr im Blut, als Tochter des Bühnen- und Filmstars Henry Fonda und Schwester von Schauspieler Peter Fonda.

Doch zunächst flüchtete Jane aus dem Höhere-Töchter-College Vassar nach Paris, studierte dort Malerei und Klavier und versuchte sich als Journalistin. Ende der 50er Jahre traf sie auf Lee Strasberg, den Gründer der berühmten New Yorker Schauspielschule Actors Studio, an der sie ihr Handwerk lernte.

1960 wurde Jane Fonda von den New Yorker Theaterkritikern als «beste Nachwuchsschauspielerin» gefeiert und stand in «Tall Story» neben Anthony Perkins zum ersten Mal vor der Filmkamera. Kurz darauf folgte sie dem französischen Regisseur Roger Vadim, der zuvor Brigitte Bardot entdeckt hatte, nach Paris. Er machte sie durch den erotischen Science-Fiction-Streifen «Barbarella» weltberühmt und zu seiner Ehefrau.

Zwischen Film und Politik

Zurück in Hollywood holte sich Fonda als Marathontänzerin in Sydney Pollacks «They Shoot Horses, Don't They?» 1970 ihre erste Oscar-Nominierung. Den begehrten Preis gewann sie 1971 als Prostituierte in «Klute» und 1978 in «Coming Home», einem Film, der sich mit den bitteren Folgen des Vietnamkrieges auseinandersetzt.

Mit Donald Sutherland tourte sie gegen den erbitterten Widerstand des Pentagon mit Antikriegsparolen durch Vietnam. An der Seite ihres zweiten Ehemannes, des liberalen Politikers Tom Hayden, setzte sie sich für Frauen- und Bürgerrechte ein.

Dann folgten wieder Starrollen und kommerziell erfolgreiche Filme wie «The China Syndrom» und das Familiendrama «On Golden Pond» (1981), der erste und einzige Film, in dem sie an der Seite ihres Vaters auftrat.

Vom Gatten ausgebremst

1982 löste sie eine nie dagewesene Fitnesswelle aus. Mit Aerobic-Videos schuf Fonda ein 600-Millionen-Dollar-Imperium. Ihr dritter Ehemann, CNN-Gründer Ted Turner, stoppte sie. Zehn Jahre lang spielte sie die Gattin, 2001 kam die Scheidung.

Im vergangenen Mai erhielt Jane Fonda beim Filmfestival in Cannes für ihr Lebenswerk und Engagement eine Goldene Palme. Sie war erst die vierte Persönlichkeit, der diese Ehre zuteil wurde und die erste Nicht-Französin. (sda)

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