Aktualisiert 01.06.2010 09:03

80 JahreHappy Birthday, Clint Eastwood

Er spielte in 66 Spielfilmen mit, hat 35 inszeniert, 33 produziert und bei 21 am Soundtrack mitgewirkt. Am 31. Mai 2010 wird Clint Eastwood 80 Jahre alt. Und er hat noch viel vor.

Der Mystery-Thriller «Hereafter» - unter anderem mit Matt Damon und der Baslerin Marthe Keller - ist abgedreht. Und 2012 soll «Hoover» in die Kinos kommen über den FBI-Chef J. Edgar Hoover, gespielt von Leonardo DiCaprio.

«Gran Torino», der letztes Jahr in der Schweiz rund eine Viertelmillion Zuschauer in die Kinos lockte, soll seine letzte Arbeit als Schauspieler gewesen sein, hat er wiederholt gesagt.

«Sehr wahrscheinlich werde ich weiterhin behaupten, dass ich aufhöre, aber man weiss ja nie, vielleicht kommt wieder eine tolle Rolle», vertraute er allerdings dieses Jahr der «Zeit» an.

Für nichts zu schade

Clinton Eastwood Jr. wurde am 31. Mai 1930 in San Francisco geboren. Sein Vater war Buchhalter, zog aber während der Depression samt Familie durchs Land auf der Suche nach Gelegenheitsarbeiten.

Auch der Sohn jobbte nach Abschluss der Oakland Technical High School als Lastwagenfahrer, Stahlarbeiter, Holzfäller und Farmarbeiter. 1950 wurde er zum Militärdienst eingezogen.

Nach einem Helikopterabsturz auf dem Weg nach Korea schwamm er fast fünf Kilometer ans Ufer und wurde darauf von der Armee als Schwimmtrainer eingesetzt. Im Camp lernte er Schauspieler kennen, die ihm später einen Vorsprechtermin in Hollywood ermöglichten.

Nach der Entlassung aus der Armee absolvierte er aber zunächst ein Betriebswirtschaftstudium, das er wieder mit Gelegenheitsarbeiten, unter anderem als Haus- und Bademeister sowie Tankwart finanzierte.

Zu grosser Adamsapfel

Mitte der 50er Jahre erhielt er einen Vertrag von Universal samt hausinternem Schauspielunterricht, wurde aber nur in winzigen Nebenrollen eingesetzt. 1957 wurde sein Vertrag nicht verlängert - ein Regisseur befand seinen Adamsapfel als zu gross.

Bei einem Besuch auf dem Set eines Kollegen wurde er für die TV- Westernserie «Rawhide» entdeckt, weil er angeblich «wie ein Cowboy» aussah. Er spielte die Hauptrolle des Rowdy Yates von 1959-65 in 217 Folgen.

Darin entdeckte ihn der damals noch unbekannte Sergio Leone, der für seinen ersten Spaghetti-Western einen Hollywoodstar suchte. Wunschkandidat war James Coburn, aber der war teuer. Eastwood für 15'000 Dollar war dagegen ein Schnäppchen.

Bevor Clint nach Italien flog, kaufte er sich einen gebrauchten Poncho. Den sollte er in allen drei «Nobody»-Folgen - «Für eine Handvoll Dollar», «Für ein paar Dollar mehr» und «Zwei glorreiche Halunken» - tragen, ohne ihn je zu waschen.

Im Alter immer besser

Zurück in Hollywood gründete er 1968 seine eigene Produktionsgesellschaft und arbeitete zehn fruchtbare Jahre lang mit dem Regisseur Don Siegel. 1971 realisierten die beiden die erste von fünf erfolgreichen «Dirty Harry»-Folgen.

Im selben Jahr führte Eastwood in «Play Misty for Me» erstmals Regie. Neben der Schauspielerei in Western- und Action-Filmen realisierte er als Regisseur und später auch Produzent zunehmend kleinere, nicht am Massengeschmack orientierte Filme.

Die 90er und die Nullerjahre waren bisher seine qualitativ besten, unter anderem mit dem Kassenschlager «The Bridges of Madison County» (1995) mit Meryl Streep, «Unforgiven» (1992) und «Million Dollar Baby» (2004), für die er je zwei Oscars als Regisseur und Produzent erhielt und «Mystic River», der 2003 in Cannes doppelt ausgezeichnet wurde. (sda)

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