50 Jahre: Happy birthday, Jim Knopf!
Aktualisiert

50 JahreHappy birthday, Jim Knopf!

Was haben der Formel-I-Fahrer Jenson «Jim» Button und drei Dampfloks der Schinznacher Baumschulbahn gemeinsam? Sie heissen wie Figuren aus Michael Endes Buch «Jim Knopf». Vor 50 Jahren erschien der Weltbestseller.

von
Irene Widmer
SDA

Es war der Anfang vom Ende - nicht vom Schluss, sondern von Michael Ende (1929-1995) als Schriftsteller. Der hatte schon als Jugendlicher Theaterautor werden wollen und erlernte erstmal die Schauspielerei. Dramen aber wollten ihm nicht gelingen.

Neben der Arbeit als Schauspieler verfasste er Texte für Kabaretts und Filmkritiken fürs Radio. 1957 bat ihn ein Illustrator, ein Kinderbuch zu texten. Ende schrieb den ersten Satz «Das Land, in dem Lukas der Lokomotivführer lebte, war nur sehr klein» - wohl auch aus Freude an der L-Alliteration. Der später weltberühmte Verfasser auch von «Momo» und «Die unendliche Geschichte» behauptete immer, er habe nicht gewusst, wie die Geschichte weitergehen sollte. Er habe sie sich selber erzählt und sich dabei auch oft überrascht. Nach zehn Monaten lagen fast 600 Seiten Manuskript vor - zu viel für ein Kinderbuch.

Odyssee eines Manuskripts

Ein Dutzend Verlage lehnten es ab. Nach fast zwei Jahren nahm sich der Stuttgarter Thienemann Verlag des Buches an. «Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer» - die erste Hälfte von Endes Manuskript - erschien am 9. August 1960, der zweite Teil, «Jim Knopf und die Wilde 13», sollte 1962 folgen.

Nachdem der erste Band 1961 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten hatte, so berichtete der Autor, hätten ihn viele der Verlage, die das Manuskript abgelehnt hatten, um ein Werk gebeten. Nicht ohne Schadenfreude schickte er ihnen jeweils ihre früheren Absagebriefe zurück.

Folgenreiche Paketpost

«Randvoll von köstlichen Einfällen» sei das Buch, begründete die Jury des Jugendliteraturpreises. Es beginnt mit dem Eintreffen eines Pakets, in dem ein kleines «Negerlein» (das durfte man damals noch schreiben) liegt, auf der winzigen Insel Lummerland. Der Bub wird der dritte Untertan des Königs Alfons, der Viertel-vor-Zwölfte, neben dem Herrn Ärmel und der Frau Waas, die das Kind aufzieht. Lukas der Lokomotivführer - er ist kein Untertan, sondern Beamter im Staatsdienst - nimmt Jim später in die Lehre und noch später mit auf Reisen.

Auf der Lokomotive Emma, die sich zum Amphibienfahrzeug umrüsten lässt, geht es unter anderem nach Mandala zum lieben Mini-Chinesen Ping Pong und dem bösen Oberbonzen Pi Pa Po, ans «Ende der Welt» zum Scheinriesen Tur Tur, der kleiner wird, je näher man kommt, und in die Drachenstadt Kummerland, wo die böse Frau Malzahn entführte Kinder festhält, die es zu befreien gilt.

Auch Kuba Guzik hat Geburtstag

Die «skrupellose Mischung aus Märchen, Abenteuergeschichte und Science-Fiction-Elementen» (O-Ton Michael Ende) erlebte eine verstärkte Rezeption, nachdem sie mit der Augsburger Puppenkiste verfilmt worden war. Das Buch wurde in 33 Sprachen übersetzt - in Polen etwa heisst Jim «Kuba Guzik» - und vier Millionen Mal verkauft.

1970 gab es eine erste Musical-Version - geschrieben von Emil Moser und Jörg Schneider, uraufgeführt am Opernhaus Zürich mit der Starbesetzung Ruedi Walter, Margrit Rainer und Zarli Carigiet. Die Musical-Version, die derzeit in der Schweiz auf Tournée ist, basiert aber nicht auf dieser Variante, sondern auf zwei Musicals von Konstantin Wecker und Christian Berg (1999/2000).

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