Aktualisiert 02.11.2011 08:58

Asylstreit in Holland

Happy End für Mauro

Im Abschiebungsdrama um den 18-jährigen Angolaner Mauro haben sich die niederländische Regierung und die rechtsorientierte Opposition gefunden: Mauro darf bleiben, solange er studiert.

Seit neun Jahren lebt der Angolaner Mauro in Holland. Nun soll er noch einige Jahre als Student bleiben dürfen. (Epa/Marcel van Hoorn)

Seit neun Jahren lebt der Angolaner Mauro in Holland. Nun soll er noch einige Jahre als Student bleiben dürfen. (Epa/Marcel van Hoorn)

Nach heftigen Auseinandersetzungen um die drohende Abschiebung eines jungen Asylbewerbers nehmen Regierung und Opposition in den Niederlanden jetzt Kurs auf einen Kompromiss: Der 18-jährige Afrikaner Mauro Manuel, der seit neun Jahren in Holland lebt, soll noch einige Jahre als Student bleiben dürfen.

Eine von der Opposition verlangte unbefristete Aufenthaltsgenehmigung lehnte die Regierungskoalition aus Christdemokraten und Liberalen jedoch am Dienstag im Parlament mit Unterstützung des Rechtspopulisten Geert Wilders ab.

Studentenvisum ja - aber wie lange?

Kurz vor dem Parlamentsvotum beschlossen die 21 Abgeordneten des Christdemokratischen Appells (CDA) aber einstimmig, sich für ein Studentenvisum einzusetzen - und zwar ohne dass der Angolaner dafür erst in sein ihm fremdes Herkunftsland zurückkehren muss.

Die CDA-Fraktion stellte sich damit indirekt gegen ihren eigenen Migrationsminister sowie gegen Wilders als Duldungspartner der Regierung. Über den Vorschlag eines Studentenvisums soll kommende Woche abgestimmt werden. Eine Mehrheit dafür gilt als sicher.

Bevölkerung gegen Abschiebung

Gegen die Abschiebung von Mauro Manuel, der bei niederländischen Pflegeeltern aufwuchs, hatten sich zahlreiche Organisationen und Persönlichkeiten ausgesprochen.

Laut Umfragen befürworten rund drei Viertel der Bevölkerung, dass Mauro Manuel dauerhaft bleiben kann. «Ich empfinde mich als Niederländer», erklärte er in einem Appell an die Abgeordneten. Wilders kritisierte die Kompromisslinie der Christdemokraten: «Auf diese Art kann man mit dem CDA nicht gut Geschäfte machen.»

Wilders' Partei für Freiheit (PVV) sichert der Minderheitsregierung von CDA und der rechtsliberalen Partei VVD auf Basis eines Duldungsvertrages eine knappe Mehrheit im Parlament. Dafür erwartet Wilders eine rigorose Abschiebepraxis und die Eindämmung der Immigration nichtwestlicher Ausländer.

(sda)

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