«Happy Slapping»: Erster Fall in Basel

Aktualisiert

«Happy Slapping»: Erster Fall in Basel

Letzte Woche wurde ein 13-jähriger Schüler ohne Grund von einem Gleichaltrigen verprügelt, während ein weiterer ebenfalls 13 Jahre alter Jugendlicher das Geschehen mit der Kamera seines Handys filmte.

Nach den Ermittlungen der Jugendanwaltschaft soll der Täter in Anwesenheit mehrere Schüler auf sein Opfer eingeschlagen haben, wie die Basler Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Wiederholt soll das Opfer angewiesen worden sein, in die Kamera zu blicken. Erst nach einiger Zeit forderten Mitschüler den Täter zum Aufhören auf. Alle Schüler verschwanden, als eine Pausenaufsicht erschien.

Ins Rollen gebracht wurden die Ermittlungen durch die Mutter des Opfers, die Anzeige erstattete. Auch die Schulleitung informierte die Staatsanwaltschaft. Sowohl der mutmassliche Schläger wie der Schüler, der gefilmt haben soll, wurden vorübergehend festgenommen. Sie befinden sich nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wieder auf freiem Fuss.

Täter und Opfer sind Schweizer

Der Zwischenfall hatte sich an einer Basler Orientierungsschule ereignet. Sowohl das Opfer wie die mutmasslichen Tätern sind nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Schweizer. In einem Strafverfahren wird nun wegen Tätlichkeit, einfacher Körperverletzung und Nötigung ermittelt.

«Schockiert» über den Vorfall zeigte sich auf Anfrage Hans Georg Signer, der beim Basler Erziehungsdepartement das Ressort Schulen leitet. Die Schulleitung habe sich die beiden Schüler vorgenommen und sie in den Senkel gestellt. Wegen des laufenden Strafverfahrens wird erst später über die disziplinarischen Massnahmen entschieden.

Die mutmasslichen Täter und das Opfer haben sich laut Signer nicht näher gekannt. Der Haupttäter, der den gleichaltrigen Schüler zusammengeschlagen haben soll, bereite der Schulleitung schon seit längerem grosse Sorge, weshalb bei der Vormundschaftsbehörde eine Gefährdungsmeldung erstattet wurde. Der Schüler sei ein Kandidat für das Programm «Stopp-Gewalt» für gewalttätige Jugendliche.

«Besorgniserregende Entwicklung»

Peter Gill, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft, spricht nach dem vermutlich ersten Fall von «Happy Slapping» in Basel von einer «besorgniserregenden Entwicklung». Abgeklärt wird nun, ob das Video mit der Schlägerei ins Internet gestellt oder via Handy verschickt wurde.

Die Staatsanwaltschaft ruft allfällige weitere Opfer solcher Vorfälle auf, sich zu melden. Gegen solch unmotivierte Gewalt werde man auch in Zukunft unmissverständlich einschreiten, heisst es in der Mitteilung.

(sda)

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